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NS-Zeit 07.09.2009 Seite drucken

Mussinghoff: Kirche hat sich schuldig gemacht

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat die Schuld deutscher Bischöfe während des Zweiten Weltkriegs bekannt.
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Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat die Schuld deutscher Bischöfe während des Zweiten Weltkriegs bekannt.

Aachener Bischof kritisiert Haltung zum Zweiten Weltkrieg

Krakau - Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat die Schuld deutscher Bischöfe während des Zweiten Weltkriegs bekannt. Bei der diesjährigen Friedenskonferenz der Weltreligionen sagte er am Montag in Krakau: "Die deutschen Bischöfe haben diesen Angriffskrieg auf das katholische Land Polen nicht laut verurteilt, vielmehr war in Botschaften an die Soldaten stattdessen von Pflichterfüllung, Opfersinn und Treue die Rede", so der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Mussinghoff sagte: "Beim Sieg über Polen und den folgenden Triumphen der deutschen Wehrmacht läuteten auch an katholischen Kirchen die Glocken. Diese eigene Schuld müssen wir als Kirche heute bekennen." Es habe nicht viel Widerstand gegen den Völkermord an den Juden gegeben, "weder in unserer Kirche, noch in Deutschland, noch im Westen", so der Bischof. Man habe weggesehen und den Massenmord nicht wahrhaben wollen. "Ich verbeuge mich vor allen Opfern dieses Krieges", sagte Mussinghoff. Es sei eine Kultur des Gedächtnisses notwendig, um die Toten zu ehren und die Lebenden zu mahnen.

Frieden und Freundschaft

Mussinghoff erklärte weiter, Versöhnung sei mehr als Schuld zu erkennen und bekennen, mehr als sich zu entschuldigen und zu vergeben. Versöhnung bedeute Frieden und Freundschaft. Sie bedürfe des ständigen Dialogs.

Im Mittelpunkt der Konferenz steht das Gedenken an den 70. Jahrestag des Kriegsbeginns. Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Angriff des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen. An dem Friedenstreffen nehmen 300 hochrangige Vertreter von Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und anderen Religionen sowie aus der Politik teil. Als Zeichen der Versöhnung ist am Dienstag ein gemeinsamer Besuch im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vorgesehen.

© KNA
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