Bericht: "Entsetzlicher Missbrauch" an zwei Ordensschulen

Die Kinder sollen vor den Augen ihrer Mitschüler missbraucht worden sein, die jüngsten Opfer seien gerade sieben Jahre alt gewesen: Schlimme Anschuldigungen gegen zwei vom Benediktinerorden geführte Schulen.

Missbrauch | London - 09.08.2018

Ein neuer Missbrauchsbericht erhebt schwere Vorwürfe gegen zwei vom Benediktinerorden geführte Schulen in Großbritannien. Über 40 Jahre hinweg seien an den Einrichtungen Ampleforth in der Grafschaft North Yorkshire und Downside in Somerset Kinder sexuell missbraucht worden, heißt es in dem am Donnerstag von der unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission (IICSA) veröffentlichten Bericht. Die jüngsten Opfer seien sieben Jahre alt gewesen. Die Untersuchung stützt sich unter anderem auf Aussagen von Betroffenen.

In beiden Institutionen habe es eine "Kultur der Akzeptanz" und eine "eklatante Offenheit" von missbräuchlichem Verhalten gegeben, heißt es. Viele Täter hätten ihre sexuellen Interessen nicht vor den Kindern versteckt; Opfer seien vor den Augen ihrer Mitschüler missbraucht worden. Die Vorwürfe reichen den Angaben zufolge bis in die 60er Jahre zurück und umfassen ein "breites Spektrum" an Missbrauch, zum Teil mit sexuellem oder sadistischem Charakter.

Ruf der Schule wichtiger als Kinderschutz

Der Ruf der Schule habe stets Vorrang vor dem Schutz der Kinder gehabt, heißt es weiter. "Ampleforth und Downside versuchten jahrzehntelang, der Polizei und den Sozialdiensten keine Informationen über sexuellen Missbrauch von Kindern zu geben", so der Leiter der Untersuchung, Alexis Jay. Im Gegenteil seien beide Schulen bemüht gewesen, die Vorwürfe zu vertuschen, auch nach Einführung neuer Aufklärungs- und Präventionsstandards im Jahr 2001.

Insgesamt zehn Personen, darunter auch Ordensbrüder, seien in der Vergangenheit wegen Missbrauchs verwarnt oder verurteilt worden. Der Bericht geht jedoch noch von einem wesentlich höherem Ausmaß von Übergriffen aus. (KNA)

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