Kardinal Lehmann erhält Ehrendoktorwürde in Bochum

Mehrere Ehrendoktorwürden haben beide schon in der Tasche, jetzt kommt eine weitere dazu: Kardinal Karl Lehmann und Wolfgang Huber werden in Bochum für ihre Verdienste in der Ökumene geehrt.

Wissenschaft | Bochum - 20.04.2017

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum verleiht Kardinal Karl Lehmann und dem emeritierten evangelischen Bischof Wolfgang Huber die Ehrendoktorwürde. Beide hätten "in den zurückliegenden Jahrzehnten die Entwicklung ihrer Kirchen in leitenden Positionen entscheidend mitgeprägt", heißt es in der Begründung der Fakultät. "Sie haben dabei eine große ökumenische Offenheit gezeigt und eine entsprechende Gesprächsbereitschaft und -fähigkeit bewiesen." Die Verleihung der Ehrendoktorwürden findet am kommenden Mittwoch, 26. April, in einem Festakt an der Bochumer Universität statt. Anlass ist laut Fakultät das diesjährige Reformationsgedenken.

Kardinal Lehmann erhielt bereits Ehrendoktorwürden der Universitäten Innsbruck, Washington D.C., Maynooth (Irland), Warschau, Graz, Oppeln, Iași (Rumänien) und vom St. Augustin College, Johannesburg. Zudem ist der Kardinal Honorarprofessor der Universitäten Mainz und Freiburg im Breisgau. Der 1936 geborene Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz und von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Von 1968 bis 1971 wirkte er als Professor für Dogmatik an der Universität Mainz. "Wie kaum ein zweiter hat er sich als Theologe und Bischof für die Weiterführung katholischer Reformtheologie eingesetzt", schreibt die Bochumer Fakultät. Lehmann habe zudem ein "intensives Engagement im ökumenischen, besonders im evangelisch-katholischen Dialog auf nationaler und internationaler Ebene" gezeigt.

Wolfgang Huber, Jahrgang 1942, war von 1994 bis 2009 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bereits die Christliche Akademie Warschau und die Universität Stellenbosch (Südafrika) haben Huber die Ehrendoktorwürde verliehen. Darüber hinaus ist er Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Heidelberg. Der emeritierte Bischof habe "sich vor allem als Reformer seiner Kirche profiliert", heißt es in der Begründung zur Ehrenpromotion. Dieses Bestreben verbinde sich bei Huber "mit ökumenischer Offenheit und Weite". Er plädiere entschieden für eine Ökumene des gegenseitigen Respekts, der gemeinsamen Spiritualität und der gemeinsamen Weltverantwortung. (tmg)

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