Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen

Erst ein Unfall und dann lassen sich auch noch die Eltern scheiden - "Gips" ist dennoch eine Geschichte, die Mut macht. Das Kinderbuch wurde mit dem katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

Literatur | Wien - 11.05.2017

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am Donnerstag zum 28. Mal den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Bei einem Festakt in Wien erhielt die niederländische Autorin Anna Woltz die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Buch "Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte". Die deutsche Übersetzerin Andrea Kluitmann wurde ebenfalls am Preis beteiligt.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der DBK, Bischof Gebhard Fürst, lobte das Buch: In ihm geht es "um die Frage, was menschliche Beziehungen und Bindungen wert sind – in ihrer Veränderlichkeit und ihrer Brüchigkeit". Fitz, die 12-jährige Protagonistin des Buches, mache die Erfahrung, "dass sie nicht allein durch die Veränderungen gehen muss, sondern dass Beziehungen auch neu entstehen, tragen und beflügeln können", sagte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

In "Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte" befindet sich das Mädchen Felicia aufgrund eines Winter-Unfalls mit ihrer Familie in einem Krankenhaus. Während sich die körperlichen Wunden medizinisch versorgen lassen, brechen seelische Wunden der Familie durch die Ankündigung der Scheidung der Eltern auf. Felicia, die fortan aus Trotz Fitz genannt werden möchte, beginnt eine Reise durch das von der Außenwelt abgeschirmte Krankenhaus und begegnet jugendlichen Patienten, die zu ihren Freunden werden. Durch ihre Hilfe lernt Fitz, wieder vertrauen und lieben zu können.

In einer Videobotschaft bedankte sich die Autorin bei der Jury für den Preis: "Es ist eine große Ehre und so wunderbar, dass mein Buch unter so vielen anderen tollen Büchern ausgewählt wurde." Nach Angaben der DBK konnte Woltz nicht bei der Preisverleihung anwesend sein, da sie hochschwanger ist und die Geburt ihres Kindes unmittelbar bevorsteht. An ihrer Stelle nahm die Übersetzerin den Preis entgegen und bedankte sich für die Auszeichnung. Gleichzeitig freute sich Kluitmann darüber, dass sie auch für ihre Übersetzungsleistung gewürdigt wurde. "Meine Berufsgruppe unternimmt viel, um ein wenig sichtbarer zu werden; wir versuchen, Lesern zu zeigen, wie kreativ unser Fach ist", so Kluitmann.

Die Preisverleihung fand im erzbischöflichen Palais in Wien während eines gemeinsamen Festakts des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises und der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Erzdiözese Wien, STUBE, statt. Die STUBE feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen.

Die neunköpfige Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises unter Vorsitz des Trierer Weihbischofs Robert Brahm wählte das diesjährige Preisträgerbuch unter 241 Titeln aus. Der Preis wurde 1977 erstmals auf Anregung des bekannten Kinderbuchautors Willi Fährmann als Katholischer Kinderbuchpreis von den deutschen Bischöfen vergeben. Seit 1995 wird er jährlich mit der erweiterten Bezeichnung als Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Nach Angabe der DBK sollen Bücher ausgezeichnet werden, die "beispielhaft und altersgemäß christliche Lebenshaltungen verdeutlichen, religiöse Erfahrungen vermitteln und Glaubenswissen erschließen". Die prämierten "Werke sollen das Zusammenleben von Gemeinschaften, Religionen und Kulturen fördern. Dabei muss die transzendente und damit religiöse Dimension erkennbar sein". (rom)

Der 28. Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis

Weitere Informationen zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis finden Sie auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz unter folgendem Link:

Zur Seite des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises

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