Vorschläge für neuen Namen der Straße im Dezember

Bischofsstraße in Vreden wird umbenannt

Aktualisiert am 28.10.2022  –  Lesedauer: 
Porträt von Heinrich Tenhumberg, Bischof von Münster
Bild: © KNA

Vreden ‐ In der westfälischen Stadt Oelde stimmte der Stadtrat jüngst gegen eine Umbenennung von drei nach Bischöfen benannten Straßen. In Vreden fiel die Entscheidung der Lokalpolitk nun ganz anders aus.

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Die Bischof-Tenhumberg-Straße im westfälischen Dorf Lünten wird umbenannt. Dazu hat sich der Rat der Stadt Vreden am Donnerstagabend mit großer Mehrheit entschieden, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Dem Kirchenmann wird Vertuschung von Missbrauchstaten vorgeworfen. Die Stadtverwaltung soll dem Rat laut Beschluss im Dezember neue Namensvorschläge vorlegen.

Mitte Juni hatten Forschende der Universität Münster eine Aufarbeitungsstudie im Auftrag des Bistums veröffentlicht. Darin werfen sie den früheren Bischöfen Michael Keller (Amtszeit 1947-1961), Joseph Höffner (1962-1969), Heinrich Tenhumberg (1969-1979) und Reinhard Lettmann (1980-2008) vor, Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen gemacht zu haben. So hätten die Bischöfe verurteilte Geistliche immer wieder in der Seelsorge eingesetzt und damit weitere Taten ermöglicht. Sie seien daher für eine "klerikale Vertuschungsgeschichte" verantwortlich.

Die westfälische Stadt Oelde hatte zuletzt eine Umbenennung der Bischofsstraßen mit einem Stimmenpatt abgelehnt. Die Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung in Münster hingegen, die Schwangere und Familien unterstützt, hat sich bereits zu einer Umbenennung entschieden. Derzeit wird ein neuer Name gesucht. Auch andere Städte und Gemeinden haben Straßenumwidmungen beschlossen. (KNA)