Form eines Partikularkonzils wäre besser gewesen

Weihbischof Puff zu Synodalem Weg: Eher Parlament als Synodalität

Aktualisiert am 02.12.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Drei Jahre läuft der Synodale Weg inzwischen. Die Art, wie dieser arbeite, entspreche nicht unbedingt seinem Verständnis von Synodalität, sagt der Kölner Weihbischof Ansgar Puff. Er hätte sich grundsätzlich ein anderes Format gewünscht.

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Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff blickt anlässlich des dritten Jahrestages des offiziellen Beginns des Synodalen Wegs mit gemischten Gefühlen auf den bisherigen Verlauf des Reformprozesses zurück. Er empfinde "das, was wir beim Synodalen Weg zurzeit tun, eher als die Arbeit eines Parlamentes denn eine Form von Synodalität", sagte Puff am Donnerstag dem Portal "domradio.de". Er halte es für notwendig, über strittige Themen zu diskutieren. Allerdings habe er ein anderes Verständnis von Synodalität. "Ich würde mir sehr viel mehr Gespräch untereinander wünschen", so Puff.

Der Weihbischof betonte, dass er für ein Partikularkonzil votiert habe, als man sich auf das Format des Synodalen Wegs einigte. "Das hätte die Gesprächsmöglichkeit genauso eröffnet, hätte aber auch Befugnisse für bestimmte Entscheidungen gegeben", so Puff. Als Partikularkonzilien werden im Kirchenrecht Versammlungen einer Teilkirche bezeichnet, bei denen Bischöfe eines bestimmten Landes (Plenarkonzil) oder einer Kirchenprovinz (Provinzialkonzil) anwesend sind. Das sei damals allerdings von der Mehrheit der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt worden, da man dann die zu beratenden Themen vorher mit dem Vatikan hätte absprechen müssen. "Ich frage mich natürlich heute, ob das nicht doch klüger gewesen wäre." So hätte man eine Konfrontation zwischen dem Vatikan und der Kirche in Deutschland vermieden, vermutete Puff.

Es sei gut, so Puff, dass die Themen des Synodalen Wegs in den weltweiten synodalen Prozess eingebracht werden. Er persönlich sei sehr gespannt, "wie die Situation der Weltsynode werden wird". Er hoffe, dass der weltweite Synodale Prozess nach seinem Abschluss 2024 mit einem neuen Konzil fortgesetzt werde. "Ich glaube, dass wir auf Dauer zu Entscheidungen kommen müssen und dass die Entscheidungen nur ein Konzil treffen kann", betonte der Weihbischof. (mal)