Auch nach der Wahl eines US-Amerikaners zum Papst bleibt die Kirche dort nach Ansicht des Theologen Hardy Ostry gespalten. Im Heimatland von Leo XIV. stünden sich einerseits mehr dogmatisch-konservative und andererseits pastoral-gesellschaftlich engagierte Hirten gegenüber, sagte der Leiter des Washingtoner Büros der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung am Mittwoch in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Die Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Gruppe stimme oft mit dem Zeitpunkt der Ernennung des jeweiligen Bischofs überein, so Ostry. Die konservativeren US-Bischöfe habe meist noch Benedikt XVI. ernannt, die progressiveren dessen Nachfolger Franziskus.
Ein zentrales Thema für die katholische Kirche in den USA sei die Einwanderungsdebatte, so Ostry weiter. In seiner Pfingstbotschaft habe Leo XIV. darüber gesprochen, dass die Kirche Grenzen zwischen Menschen öffnen und Christen die Angst vor Fremden überwinden müssten. "Das ist hier eindeutig auch als Appell an die Einwanderungspolitik der US-Regierung verstanden worden." (KNA)