Bischof: Menschenverachtende Geisteshaltung tritt zutage

Algermissen fühlt sich an "Drittes Reich" erinnert

Veröffentlicht am 14.02.2016 um 11:32 Uhr – Lesedauer: 3 MINUTEN
Heinz Josef Algermissen ist Bischof von Fulda.
Bild: © KNA
Bistum Fulda

Fulda ‐ Bischof Heinz Josef Algermissen fühlt sich angesichts bestimmter Reaktionen auf den Flüchtlingszustrom an Szenen aus dem "Dritten Reich" erinnert. Er verweist auf brennende Flüchtlingsheime und fremdenfeindliche Parolen.

  • Teilen:

Ausdrücklich ruft Algermissen die Katholiken dazu auf, bei der Aufnahme, Betreuung und Integration von Flüchtlingen mitzuwirken "Lassen sie sich nicht von einer negativen Stimmung entmutigen", betont der Bischof. Er erinnert an die Integration von Heimatvertriebenen, Gastarbeitern und Russlanddeutscher sowie an das Zusammenwachsen von Ost und West seit dem Fall der Mauer. "Wir 'können' Integration, aber dazu brauchen wir einen langen Atem", schreibt Algermissen. Er hebt hervor, Integration sei nicht nur eine politische und zivilgesellschaftliche Aufgabe. Vielmehr gehe sie Christen in ganz besonderer Weise an.

Sorge vor Überfremdung ist ernstzunehmen

Zugleich räumt er ein, dass die Sorge vor Überfremdung ernst zu nehmen und eine nüchterne Faktenanalyse nötig sei. Doch habe jeder Fremde, der an die Tür klopfe, ein menschliches Gesicht und eine Geschichte. "Wir sehen Menschen", so Algermissen, "denen die Lebensgrundlage entzogen ist, die dem Elend zerbombter Städte entkommen sind und den gefährlichen Weg über das Mittelmeer genommen oder über die entbehrungsreiche Balkanroute zu uns gefunden haben." Kein Mensch gebe leichtfertig seine Heimat auf und begebe sich auf eine lange und gefährliche Flucht. (KNA)