Diözese Regensburg gründet Ostkircheninstitut

Das Institut soll zu einem besseren Verständnis der östlichen und westlichen Tradition beitragen. Leiter ist der Pater Dietmar Schon. Er hat bereits genaue Vorstellungen, wie er die Ökumene voranbringen will.

Ökumene | Regensburg - 24.09.2016

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat ein neues Ostkircheninstitut der Diözese Regensburg gegründet. Die Einrichtung knüpfe an das ehemalige Ostkirchliche Institut an und solle dessen Arbeit unter veränderten Bedingungen fortführen, sagte Voderholzer am Samstag in Regensburgbei der offiziellen Gründung. Zum Direktor der Einrichtung ernannte er den Dominikanerpater und Ostkirchenexperten Dietmar Schon.

Das ehemalige Institut war verbunden mit den Prälaten Albert Rauch (gestorben 2015) sowie Nikolaus Wyrwoll und betreute vor allem seit 1966 mehr als 1.000 Theologen aus orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen. Diese waren mit einem Stipendium der deutschen Bischöfe zu Studienaufenthalten in Deutschland zu Gast. Die Stipendienarbeit wurde 2013 an das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn übertragen.

Bischof Rudolf Voderholzer.
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer.
 Bistum Regensburg

Äußere Faktoren hätten die ursprünglichen Rahmenbedingungen des Instituts verändert, erläuterte Voderholzer. Die Antwort darauf bestehe in einer Neukonzeption des Instituts bei gleichzeitiger Einbindung in die Diözesanstruktur. Auch künftig solle es Beiträge zur besseren wechselseitigen Kenntnis östlicher und westlicher Tradition sowie zum "Auftrag einer Wiederherstellung kirchlicher Einheit in Vielfalt" leisten, so der Bischof.

Eröffnet wurde das Institut mit einem hochrangig besetzten internationalen ökumenischen Symposium zum Thema "Dialog 2.0 - Braucht der orthodox-katholische Dialog neue Impulse?" Direktor Schon kündigte an, das Institut werde "nicht mit einem vorgefertigten Konzept starten", sondern seine Arbeit in Kooperation mit verschiedenen Partnern entwickeln.

Dazu gehöre die Zusammenarbeit im Bereich der akademischen Forschung und Lehre, auch interdisziplinär, ebenso wie die praktischen ökumenischen Beziehungen etwa auf Gemeindeebene. Leitend sei dabei die Einsicht, dass die ökumenische Annäherung von theologischen ebenso wie von nichttheologischen, kulturellen Faktoren abhänge.

Orthodoxe Bischofskonferenz will den Dialog

Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos, hob in einem Grußwort hervor, der Dialog sei eine "vitale Grundfunktion der Kirche in Ost und West". Er benötige ständig neue Impulse, insofern sei auch das neue Institut zu begrüßen. Die Orthodoxe Bischofskonferenz stehe zum Dialog zur Verfügung, so der Metropolit. (KNA)

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