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Gottesdienst für die Opfer von Berlin

In der Berliner Gedächtniskirche haben Vertreter von Staat und Gesellschaft der Anschlagsopfer vom benachbarten Weihnachtsmarkt gedacht. Landesbischof Dröge rief dazu auf, Hass nicht mit Hass zu beantworten.

Terrorismus | Berlin - 20.12.2016

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche haben Spitzenvertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche der Opfer des Anschlags von Berlin gedacht. Unter den Teilnehmern waren am Dienstagabend Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Bundesrat war durch seine derzeitige Präsidentin, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), vertreten.

Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge und Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) riefen dazu auf, Hass nicht mit Hass zu beantworten. Dröge warnte davor, dem Terror Recht zu geben, "indem wir uns entzweien lassen, weil wir unterschiedlichen Kulturen angehören". An dem Gottesdienst wirkte auch der Berliner Erzbischof Heiner Koch, sowie Vertreter von Judentum und Islam mit.

Papst Franziskus: Schreckliche Gewalttat

Zuvor hatten bereits Politiker und Religionsvertreter aus aller Welt ihre Solidarität und Anteilnahme bekundet. Papst Franziskus zeigte sich tief betroffen von der "schrecklichen Gewalttat". Er verbinde sich "mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unsere Welt hat". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete den Anschlag als eine "abscheuliche Tat".

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Rund 400 Menschen haben an einem Trauergebet in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale für die Opfer des Terroranschlags teilgenommen. Papst Franziskus äußerte sich in einem Telegramm zu dem Anschlag.

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Die Spitzen der beiden großen Kirchen in Deutschland reagierten mit Betroffenheit. Es gelte nun, "klug und besonnen" zu reden und zu handeln, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, verurteilte den Anschlag als feige und sinnlose Gewalttat.

Ähnlich äußerten sich der Zentralrat der Muslime und der Zentralrat der Juden. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, verwies auf den 24. Dezember als Beginn des christlichen Weihnachtsfestes und des jüdischen Lichterfest Chanukka. "Mögen die Botschaften dieser beiden Feste uns Kraft geben."

Deutsche Spitzenpolitiker mahnten zum Zusammenhalt. "Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen", sagte Gauck. Merkel richtete sich an die Hinterbliebenen und Verletzten: "Wir alle hoffen, und viele von uns beten für sie, dass sie Trost und Halt finden mögen, dass sie wieder gesund werden, dass sie weiterleben können nach diesem schrecklichen Schlag." Bundestagspräsident Norbert Lammert warnte vor voreiligen Schuldzuweisungen und dem Ruf nach einfachen Lösungen.

Am Montagabend war ein Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt an der Kasier-Wilhelm-Gedächtniskirche gerast. Dabei wurden nach bisherigen Angaben zwölf Menschen getötet, 48 teils schwer verletzt. Inzwischen gehen die Behörden von einem terroristischen Hintergrund aus.

Papst-Zeitung macht Berlin zum Aufmacher

Bundesweit gedachten auf vielen Weihnachtsmärkten die Menschen der Opfer von Berlin. Auf Initiative des Deutschen Schaustellerbundes schalteten die Stände ab 18.00 Uhr für drei Minuten die Lichter aus.

Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" machte den Anschlag zum Aufmacher ihrer Mittwochsausgabe. Die Titelseite zeigt ein Bild des Lastwagens, mit dem die Amok-Fahrt verübt wurde. Unter der Schlagzeile "Attentat in Berlin" zitiert das Vatikanblatt die Forderung von Papst Franziskus, "dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat". (luk/KNA)

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