Beauftragter für Religionsfreiheit nennt Angriffe auf kopftuchtragende Frauen "unerträglich"

Grübel: AfD mitverantwortlich für Übergriffe auf Muslime

Veröffentlicht am 21.05.2018 um 14:13 Uhr – Lesedauer: 3 MINUTEN
Politik

Berlin ‐ Der neue Regierungsbeauftragte für Religionsfreiheit, Markus Grübel, macht die AfD mitverantwortlich für Übergriffe auf Muslime. Außerdem beobachtet der CDU-Politiker einen gefährlichen Trend.

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Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, macht die AfD mitverantwortlich für Übergriffe auf Muslime. "Wenn Alice Weidel abfällig von 'Kopftuchmädchen' spricht, bereitet sie den Nährboden für feindselige Handlungen gegenüber Muslimen", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Seit Jahren sinke die Hemmschwelle, fremdenfeindliche Parolen auszusprechen, die früher "unsagbar" gewesen wären.

AfD-Fraktionschefin Weidel hatte am Mittwoch im Bundestag mit provokanten Äußerungen zur Flüchtlingspolitik für Empörung gesorgt. "Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern", sagte Weidel in der Haushaltsdebatte. Dafür war sie von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gerügt worden.

Grübel nannte jüngst bekannt gewordene öffentliche Übergriffe auf kopftuchtragende Frauen "unerträglich". "In Deutschland muss jeder Mensch seine religiöse Überzeugung nach außen sichtbar tragen dürfen – egal ob es sich dabei um eine Kippa, ein Kreuz oder ein Kopftuch handelt", betonte Grübel. Der 58-Jährige war im April in das neue Amt berufen worden. Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, in der neuen Legislaturperiode erstmals den Posten eines Beauftragten für weltweite Religionsfreiheit zu schaffen. (stz/dpa)