Älteste Ordensfrau der Welt feiert 114. Geburtstag

Schwester André Randon ist eine Spätberufene. Erst mit 40 Jahren trat sie in den Orden ein. Das war 1944. Nun feierte die Französin ihren 114. Geburtstag. Damit hält sie mindestens einen Altersrekord.

Orden | Bonn - 13.02.2018

Wir wünschen "Joyeux Anniversaire": Als älteste Ordensfrau der Welt hat Schwester André Randon ihren 114. Geburtstag gefeiert. Geboren am 11. Februar 1904 als Lucille Randon gehört sie zu den zehn ältesten lebenden Personen der Welt. Gefeiert hat sie jedoch nicht an ihrem eigentlichen Geburtstag am Sonntag, sondern erst am Montag: "Damit auch die Priester kommen können", wie Randon vorab der französischen Zeitung "Var-matin" erzählte. Die Feier mit der Familie solle sogar erst am kommenden 20. Februar stattfinden.

Im Laufe der Jahrzehnte hat Randon die Amtszeiten von zehn Päpsten erlebt; als sie im südfranzösischen Alès geboren wurde, regierte noch Papst Pius X. (1903-1914). Ein enges Verhältnis zur Kirche hatte sie damals jedoch noch nicht. Im Alter von zwölf Jahren begann sie, zunächst in Marseille und später in Versailles als Kindermädchen und Hauslehrerin zu arbeiten. Zu ihren Arbeitgebern zählte auch die Autobauer-Familie Peugeot.

Ordensname erinnert an verwundeten Bruder

Im Jahr 1923, mit 19 Jahren, begann Randon in Paris dann das Katechumenat und empfing anschließend die Taufe. Im Jahr 1944 trat sie schließlich, ebenfalls in der französischen Hauptstadt, ins Noviziat beim Orden der Vinzentinerinnen ein. Als Ordensname wählte sie sich André, zu Deutsch Andreas. Vor zwei Jahren erklärte sie, warum sie auf das zweite "e" der weiblichen Form "Andrée" verzichtete: Es sei eine Hommage an ihren Bruder André, der im Ersten Weltkrieg in der Schlacht von Verdun schwer verwundet wurde.



Für ihre eigene Langlebigkeit habe sie kein Geheimrezept, beteuerte die Ordensfrau gegenüber "Var-matin". "Nein, man muss einen Schutzengel haben. Und ich habe einen!" Dieser half ihr immerhin dabei, die älteste lebende Ordensfrau der Welt zu werden. Seit 2009 lebt Randon in einem Altenpflegeheim in Toulon an der französischen Mittelmeerküste. Nachdem sie seit Kriegsende selbst jahrzehntelang als Kinder- und Altenpflegerin gearbeitet hatte, ist die Ordensfrau heute selbst auf Hilfe angewiesen. Mittlerweile ist sie erblindet und auf den Rollstuhl angewiesen.

Randon gehört zu den zehn ältesten Menschen der Welt

Randon gehört zu den zehn ältesten lebenden Menschen der Welt, wobei unklar ist, an welcher Stelle sie auf der Liste steht – und ob sie die älteste Französin ist. Die im französischen Übersee-Departement lebende Tava Colo ist Angaben zufolge über ein Jahr älter. Da offizielle staatliche Aufzeichnungen dort jedoch nur bis ins Jahr 1977 zurückgehen, werden die Angaben teilweise angezweifelt. Abgesehen von ihrer Landsfrau übertreffen Randons Alter laut Angaben der "Gerontology Research Group" derzeit weltweit sieben Personen, allesamt Frauen. Neben einer US-Amerikanerin und zwei Italienerinnen sind es vier Japanerinnen. Die älteste unter ihnen, Nabi Tahima, wurde am 4. August 1900 geboren.

Wie viele andere Supercentenarians, wie Personen mit über 110 Lebensjahren genannt werden, hat auch Randon zahlreiche Kriege und Katastrophen miterlebt. Daher klagt sie heute auch nicht über ihre körperlichen Gebrechen, sondern über eine andere Begleiterscheinung ihres langen Lebens: "Es ist schmerzhaft, mitzuerleben, dass die Menschen nicht in Eintracht leben können." Als Ergebnis von 114 Jahren Lebenserfahrung lies Schwester André die Zeitung daher einen Rat an ihre Mitmenschen abdrucken: "Liebt euch anstatt euch zu hassen!"

Von Kilian Martin

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Schwester Konrada lebt im Kloster St. Maria in Niederviehbach. Gemeinsam mit einer Mitschwester aus Vietnam singt sie einen Mariengruß. Auch wenn ihr das Singen mit 109 Jahren schwerfällt.
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