Aschenkreuz "to go" in zwei deutschen Diözesen

Sie haben keine Zeit für einen Gottesdienst am Aschermittwoch? Kein Problem: In zwei deutschen Bistümern hat man sich etwas überlegt, damit Sie dennoch nicht auf das Aschenkreuz verzichten müssen.

Brauchtum | Freiburg/Essen - 12.02.2018

Asche "to go" statt längerer Messfeier: Mit einer ungewöhnlichen Aktion geht die katholische Kirche in Freiburg neue Wege zum Start der Fastenzeit. Das kurze Ritual "Ashes to go" in einer Kirche mitten in der City richtet sich vor allem an Eilige und Berufstätige. Viele Menschen hätten an Aschermittwoch nicht die Möglichkeit, einen Gottesdienst zu besuchen, sagte Pater Thomas Brogl der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zur Begründung. "Der eine hat um vier Uhr Feierabend, die andere erst um sechs. Wir möchten trotzdem allen die flexible Möglichkeit geben, mit einem persönlichen Ritual die Fastenzeit zu beginnen."

Auf die Frage, ob das traditionelle Zeichen dadurch nicht banal werde, antwortete er: "Nein, ganz im Gegenteil. Durch die Konzentration auf das Eigentliche gewinnt das Ritual sogar an Gewicht." Für zwei Stunden am Spätnachmittag stünden ein Diakon und er im Eingangsbereich einer Kirche am Rathausplatz "und begrüßen alle, die für das Aschekreuz kommen".

Der Dominikaner erklärte: "Wir beschließen das Aufzeichnen des Kreuzes noch mit einem kurzen Gebet und einem persönlichen Segen. Das alles gibt es im normalen Gottesdienst nicht." Nur wer dazu bewusst in die Kirche komme, erhalte "Ashes to go". Brogl weiter: "Wir überfallen niemanden damit." Er bezeichnete das Aschenkreuz als sehr guten Start in die Fastenzeit vor Ostern. Nach den närrischen Tagen erinnere es an die Sterblichkeit und die Begrenztheit des Lebens und sei "ein Aufruf, sich neu auf Gott auszurichten". Beim Austeilen der Asche merke er immer wieder, "wie stark das Ritual ist, wie es vielen sehr nahe geht", so der Geistliche.

Aschenkreuz "to go" am Stand vor dem Essener Dom

Das Bistum Essen geht mit dem Aschenkreuz "to go" sogar noch einen Schritt weiter - nämlich aus der Kirche heraus. Cityseelsorger Bernd Wolharn verteilt es am Aschermittwoch an einem Stand am Essener Dom an alle, die an diesem Tag keinen Gottesdienst besuchen können, wie das Bistum am Montag bekanntgab. Nach einem kurzen Mittagsimpuls im Dom werde das Aschenkreuz bis 14.00 Uhr an der Kettwiger Straße gläubigen Christen angeboten.

Das Aschenkreuz ist für katholische Christen ein Symbol der Vergänglichkeit des Lebens. Der Priester zeichnet den Gläubigen mit der Asche aus verbrannten geweihten Palmzweigen ein Kreuz auf die Stirn. Dabei spricht er die Worte: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst." Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, dauert 40 Tage und endet am Ostersonntag, dem Feiertag der Auferstehung Jesu. Sie erinnert an die 40 Tage, die Jesus der biblischen Überlieferung nach in der Wüste verbracht hat. (bod/KNA)

UPDATE: Aschenkreuz "to go" auch im Erzbistum Köln

Auch im Erzbistum Köln wird es an Aschermittwoch das Aschenkreuz "to go" geben.  In Wuppertal-Oberbarmen beginnt die Aktion mit einer kleinen Andacht um 12 Uhr am Berliner Plätzchen, wie die Stadtkirche auf ihrer Homepage mitteilte. Anschließend bestehe die Möglichkeit, das Aschenkreuz und den damit verbundenen Zuspruch, der Mahnung und Segen zugleich ist, zu empfangen. Zu guter Letzt wird Pastoralreferent Werner Kleine laut Homepage auch über den Markt am Berliner Platz gehen und dort auf Wunsch das Aschekreuz austeilen. In der Basilika St. Margareta in Düsseldorf-Gerresheim kann das Aschenkreuz "to go" durchgängig von 6.30 bis 21 Uhr empfangen werden.  (bod)

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