Ein neuer Marien-Gedenktag für die Weltkirche

Der Pfingstmontag steht künftig ganz im Zeichen der Gottesmutter: Papst Franziskus hat bestimmt, dass er in der Weltkirche als "Gedenktag Marias, Mutter der Kirche" zu feiern ist. Hier die Begründung.

Maria | Vatikanstadt - 03.03.2018

Der Pfingstmontag wird in der Weltkirche künftig als "Gedenktag Marias, Mutter der Kirche" begangen. Das entsprechende Dekret wurde am Samstag im Auftrag von Papst Franziskus und unterzeichnet von Kardinal Robert Sarah vorgestellt, wie "Vatican News" berichtet.

Bei der Betrachtung des Geheimnisses Christi könne die Kirche "die Frauengestalt nicht vergessen, die Jungfrau Maria, die zugleich Christi Mutter und Mutter der Kirche ist", heißt es in dem Dekret. Die Worte nehmen Bezug auf eine Erklärung Papst Pauls VI. (1963-1978), der zum Abschluss der dritten Session des Zweiten Vatikanischen Konzils Maria zur Mutter der Kirche erklärt hatte. Papst Franziskus hätte vorab sorgfältig erwogen, wie sehr die Förderung dieser Verehrung dem Verständnis für die Mutterschaft der Kirche und der unverfälschten Marienfrömmigkeit noch mehr nutzen könne, heißt es im Dekret weiter. Sein Urteil habe gelautet, "dass der Gedenktag der seligen Jungfrau Maria, Mutter der Kirche, in den Römischen Kalender am Montag nach Pfingsten einzutragen und jedes Jahr zu feiern ist".

Verehrung bereits in der frühen Kirche

Eine Verbindung der Mutterschaft Mariens mit dem Wirken des Erlösers sei bereits in der frühen Kirche – unter anderem bei Augustinus – hergestellt worden. "In diesem Sinn ehrte die christliche Frömmigkeit im Lauf der Jahrhunderte Maria mit verschiedenen, gewissermaßen gleichbedeutenden Titeln als Mutter der Jünger, der Gläubigen, der Glaubenden, aller, die in Christus wiedergeboren werden, aber auch mit dem Titel 'Mutter der Kirche'", so das Dekret.

In einigen liturgischen Regionalkalendern gibt es den Gedenktag bereits, auch existiert eine Votivmesse zu Ehren der Seligen Maria, Mutter der Kirche, im Messbuch. Mit dem Dekret wird der Gedenktag nun Teil der römischen Liturgie und damit der Weltkirche. Er "wird daher in allen Kalendern und liturgischen Büchern für die Feier der Messe und die Stundenliturgie einzufügen sein", heißt es in dem Dekret abschließend.

Seit dem Pfingstereignis habe Maria nie aufgehört, "sich mütterlich der durch die Zeit pilgernden Kirche anzunehmen", kommentierte Kardinal Sarah, Präfekt der Gottesdienstkongregation, laut "Vatican News" die Entscheidung. "Die Verbindung zwischen der Lebenskraft der Kirche zu Pfingsten und der mütterlichen Sorge Mariens für die Kirche tritt dadurch offen zutage." Im deutschen Sprachraum gab es im Kirchenjahr bislang zwölf Hochfeste, Feste oder Gedenktage zu Ehren der Gottesmutter. Der neue Gedenktag erhöht die Zahl auf 13. (tmg)

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