Papst: Liturgiereform ist unumkehrbar

Rückkehr zur "Alten Messe" ausgeschlossen: Bei einer Tagung im Vatikan hat Papst Franziskus die Bedeutung der Liturgiereform hervorgehoben und gesagt, warum sie unumkehrbar ist.

Liturgie | Bonn/Vatikanstadt - 24.08.2017

Für Papst Franziskus gibt es kein Zurück vor die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. "Wir können mit Sicherheit und Lehrautorität sagen, dass die liturgische Reform unumkehrbar ist", sagte er am Donnerstag bei einer Audienz für rund 800 Teilnehmer einer liturgiewissenschaftlichen Tagung im Vatikan. In seiner Ansprache ging der Papst laut "Radio Vatikan" näher auf die Bedeutung des Konzils und die Liturgiereform ein. Sie seien "nicht plötzlich vom Himmel gefallen", sondern "Frucht eines langen Weges". Heute gelte es, die Gründe für die damalige Reform wieder zu entdecken und neu über sie nachzudenken, so der Papst.

Das große Anliegen des Konzils sei es gewesen, den Gläubigen in der Liturgie eine aktive Rolle zu geben und sie nicht einfach als "fremde Zuschauer" zu betrachten, sagte Franziskus. Die Reformen seien jedoch keinesfalls "Schnellschüsse" gewesen. Seine Vorgänger hätten "weise" gehandelt und die Anliegen der sogenannten Liturgischen Bewegung aufgenommen, so der Papst. Als Beispiel nannte er Pius X. (1903 bis 1914), der Änderungen in der sakralen Musik und der Messordnung für den Sonntag einführte. Auch Pius XII. (1939 bis 1958) mit seiner Liturgie-Enzyklika Mediator Dei und der Reform zur Karwoche und Ostervigil dürften in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, so Franziskus.

Phase der Reife

Mit dem Konzil sei dann eine "Phase der Reife" erreicht worden. Die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium und die anschließende Liturgiereform hätten den konkreten Bedürfnissen der Gläubigen nach einer "lebendigen Liturgie" für die gesamte Kirche entsprochen. Die Reformen seien im "Respekt" für die Tradition geschehen, so der Papst weiter. Als Reichtum für die Kirche sieht er auch die verschiedenen Riten und Gebete "anderer kirchlicher Traditionen" und der unierten Ostkirchen an.

Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Franziskus einer Rücknahme der Liturgiereform eine Absage erteilt. Es sei ein "Irrtum, von einer 'Reform der Reform' zu sprechen", sagte er in einem im November 2016 veröffentlichten Interview. Damit nahm er Bezug auf Äußerungen des vatikanischen Liturgie-Verantwortlichen, Kardinal Robert Sarah. Dieser hatte im Juli 2016 gesagt, der Papst habe ihn mit einer "Reform der Reform" beauftragt, also mit einer teilweisen Rücknahme der Liturgiereform. Damals hatte Sarah auch Priestern vorgeschlagen, die Messe probeweise wieder mit dem Rücken zum Kirchenvolk zu zelebrieren. (tmg)

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