Täglich einen Rosenkranz

Wie der Mai ist auch der Oktober als Rosenkranzmonat besonders der Gottesmutter Maria gewidmet. Die Tradition des Rosenkranzfestes am ersten Sonntag des Monats geht zurück auf eine gewonnene Schlacht.

Brauchtum | Bonn - 01.10.2015

Seit dem Mittelalter gilt der Oktober als Rosenkranzmonat und ist damit wie der Marienmonat Mai der Gottesmutter Maria geweiht. Alle Gläubigen sind aufgerufen, während dieser Zeit möglichst täglich den Rosenkranz zu beten.

Diese Tradition geht auf das Fest "Gedächtnis Unserer Lieben Frau vom Siege" zurück, das Papst Pius V. (1566 bis 1572) im Jahr 1572 anordnete, um der Seeschlacht von Lepanto zu gedenken. Am 7. Oktober 1571 hatten die christlichen Mittelmeermächte unter der Führung Spaniens einen überraschenden Sieg über die vorrückenden Osmanen errungen. Dieser wurde dem Rosenkranzgebet zugeschrieben, das im 15. Jahrhundert durch die von den Dominikanern gestifteten Rosenkranzbruderschaften verbreitet worden war, um die Frömmigkeit der breiten Volksmassen zu vertiefen.

Im Jahr 1573 gestattete Papst Gregor XIII. (1572 bis 1585) allen Kirchen mit Rosenkranzaltar ein "Fest des heiligen Rosenkranzes" am ersten Sonntag im Oktober. Als Prinz Eugen von Savoyen am 5. August 1716 die Osmanen bei Peterwardein, dem heutigen Petrovaradin in Serbien, erneut besiegte, erinnerte man sich des früheren Sieges. Papst Clemens XI. (1700 bis 1721) dehnte daraufhin das Fest des heiligen Rosenkranzes auf die ganze Kirche aus und legte als Datum den ersten Sonntag im Oktober fest.

Von einem Rosenkranzmonat sprach erstmals Papst Leo XIII. (1810 bis 1903), der sieben Enzykliken sowie weitere Apostolische Schreiben über das Rosenkranzgebet veröffentlichte. Zudem ordnete er für den Monat Oktober das tägliche Gebet des Rosenkranzes in allen Pfarrkirchen an.

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Das marianische Jahr

Der Rosenkranzmonat Oktober ist Teil des marianischen Jahres, das sich aus einer Vielzahl von großen und kleinen Marienfesten zusammensetzt. Schon seit dem Beginn des Christentums spielt die Verehrung Marias eine besondere Rolle. Doch marianische Bräuche und Traditionen entwickelten sich in größerem Umfang erst ab dem sechsten Jahrhundert, als die Ordnung des christlichen Jahres in wesentlichen Teilen bereits abgeschlossen war.

Das marianische Jahr ist im Laufe der Zeit zu einer Ergänzung des liturgischen Kalenders geworden, der die Ereignisse des Lebens, Leidens und der Verherrlichung Christi durch entsprechende Feste in den Mittelpunkt rückt. So wie hier der gläubige Mensch im Rhythmus des Jahres durch das Mitfeiern zu Jesus Christus geführt werden soll, ermöglichen die Marienfeste eine liturgische Teilnahme am Leben und Leiden der Gottesmutter. Jeder Mensch ist aufgerufen, wie Maria auf Gott zu hören und sich wie sie dem göttlichen Wort ganz zu öffnen.

In der Vielzahl der Marienfeste, die aus den schon bestehenden Festen von Weihnachten über Ostern und Pfingsten hervorwuchsen, sind vier von besonderer Bedeutung. Sie entstanden nach dem Konzil von Ephesos (431), das Maria zur Gottesgebärerin erklärte: Mariä Lichtmess (2. Februar, entspricht Darstellung des Herrn), Mariä Geburt (8. September), Mariä Verkündigung (25. März, entspricht Verkündigung des Herrn) und Mariä Himmelfahrt (15. August). Zusammen mit den kleineren Marienfesten tragen sie zu einer Marienfrömmigkeit bei, die sich durch das ganze Jahr hindurchzieht.

Von Julia-Maria Lauer

Linktipp: Das Rosenkranzgebet

Viele Katholiken halten an dem schönen alten Brauch fest, im Mai und Oktober, den beiden Marienmonaten, Rosenkranzandachten zu besuchen. Das Rosenkranzgebet gibt Kraft für den Alltag, Trost in Krankheit, Trauer und Leid. Dieses Gebet ist uralt, es geht bis zu den Anfängen des Christentums zurück.

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