Trend in Frankreich seit einigen Jahren

Papst Leo XIV. erstaunt über steigende Zahl von Erwachsenentaufen

Papst Leo XIV. in Paris
Bild: IMAGO/ABACAPRESS

Papst Leo XIV. hat sich erstaunt gezeigt über die steigende Zahl der Erwachsenentaufen in Frankreich. "Verwundert über Gottes unvorhersehbares Wirken fragen wir, was wir nun tun sollen und wohin uns der Geist führt, um die Katechumenen, die Neugetauften und die Wiedereinsteiger zu begleiten", sagte der Papst bei einer Begegnung mit Taufbewerbern und Neugetauften am Samstag in Paris.

Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Taufen erwachsener Franzosen kontinuierlich. In der diesjährigen Osternacht wurden laut Französischer Bischofskonferenz über 13.000 Erwachsene getauft. Im Jahr 2016 waren es 4.124. Dieser Trend zeigt sich jedoch nicht in der Gesamtzahl der Taufen, denn immer weniger Franzosen lassen ihren Nachwuchs im Kindesalter taufen. Von insgesamt über 262.300 Taufen im Jahr 2015 sank die Zahl auf gut 175.600 im Jahr 2024.

Warnung vor "seliger Naivität"

Statt angesichts der Zahlen der Erwachsenentaufen bei "seliger Naivität" stehenzubleiben, riet der Papst den Kirchenverantwortlichen dazu, konkrete seelsorgerische Maßnahmen zu ergreifen, um die Neugetauften beständig zu begleiten. Zentral sei, sie voll in die Gemeinden zu integrieren, "indem wir ihnen einen familiären Rahmen und eine möglichst ganzheitliche Unterweisung bieten, die die verschiedenen Aspekte des christlichen Lebens umfasst und die Einheit von Glauben und Leben fördert". Eingeführt werden müssten sie zudem in die Liturgie.

Eine entscheidende Rolle komme dabei den Begleitern der Neugetauften zu: Die Gemeinden müssten Patinnen und Paten speziell dafür ausbilden, die Menschen in den Glauben einzuführen. "Es gilt, ein kluges Gleichgewicht zu finden, um sie aufzunehmen, ihnen zuzuhören und sie gleichzeitig zu ermutigen, sich den anspruchsvollen Herausforderungen des Glaubens zu stellen", riet der Papst. Dabei müsse das individuelle Tempo respektiert werden.

Doch seien die Neugetauften nicht nur dazu bestimmt, etwas zu empfangen, so Leo XIV. Nun sei es auch ihre Aufgabe, "die Gegenwart des Herrn im Alltagsleben im Bewusstsein halten". Sein Appell lautete: "Seid eurerseits Missionare des Evangeliums in dieser Gesellschaft!" (KNA)