Kalenderblatt

Joseph Müller

Wenig fürchten totalitäre Regime so sehr wie das spöttische Lachen ihrer Untertanen – es war ein politischer Witz, der den Pfarrer Joseph Müller (1894-1944) schließlich auf die Todesliste der Nationalsozialisten brachte. Joseph Müller war der Sohn eines hessischen Kantors und Lehrers. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig für die Front und kehrte schwer verwundet zurück. Gemeinsam mit zwei seiner Brüder entschloss sich Joseph daraufhin, Priester zu werden. Trotz seiner bleibenden körperlichen Versehrtheit galt er als tatkräftiger und mitreißender Seelsorger, der sich besonders für die Jugendarbeit einsetzte. Er warnte vor dem aufkommenden Nationalsozialismus und änderte seine Haltung auch nach der Machtübernahme nicht. Die Gestapo überwachte jeden seiner Schritte. Nachdem Joseph bei einem Krankenbesuch ausgerechnet dem Vater eines NSDAP-Ortsgruppenleiters einen politischen Witz erzählt hatte, wurde er festgenommen. Zunächst verzweifelt und gebrochen, nahm Joseph im Laufe seiner Gefangenschaft das drohende Todesurteil immer tiefer als bewusstes Zeugnis für seinen Glauben an. "Mein Tod wirkt jetzt mehr für das Reich Gottes als mein Leben", war Joseph schließlich überzeugt. Nach einem Schauprozess wurde er "wegen Wehrkraftzersetzung" am 11. September 1944 hingerichtet. 1999 wurde Joseph Müller in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen. 

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Ein AfD-Plakat vor einer Kirche

Die Kirche und die AfD

Seit der Gründung der AfD im Jahr 2013 war das Verhältnis zwischen der Partei und der katholischen Kirche distanziert. Im Zuge der zunehmenden Radikalisierung der AfD ist die Kirche seither immer stärker auf Distanz gegangen. Im Februar 2024 hat sie die Partei schließlich als für Christen "nicht wählbar" bezeichnet.
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Regionenkonferenz Frankfurt

Der Synodale Weg der Kirche in Deutschland

Wie geht es nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Deutschland weiter? Bei der Frühjahrs-Vollversammlung 2019 in Lingen beschlossen die deutschen Bischöfe einen Synodalen Weg. Gemeinsam mit allen Gläubigen wollen sie Reformen anstoßen. Die Themen: Machtmissbrauch, Sexualmoral, Zölibat und die Rolle der Frau.
Thema
Missbrauch

Missbrauch

2010 wurde erstmals eine größere Zahl von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Deutschland bekannt. Seitdem bemüht sich die Kirche um eine Aufarbeitung der Geschehnisse. Bei ihrer Vollversammlung veröffentlichten die deutschen Bischöfe am 25. September 2018 eine Studie, die die Missbrauchsfälle im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zwischen 1946 und 2014 dokumentiert.