Doppelte Wirkung

Was sich Bischof Ackermann von Papstbesuch in Deutschland erhofft

Was sich Bischof Ackermann von Papstbesuch in Deutschland erhofft
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani

Der Bischof von Trier würde es begrüßen, wenn Papst Leo XIV. und die Katholiken in Deutschland sich bei einem Papstbesuch hierzulande gegenseitig kennenlernen könnten. "Das ist für den Kontakt zwischen Deutschland und Rom ein ganz wichtiger Punkt", sagte Stephan Ackermann im am Mittwoch im kirchlichen Portal "domradio.de" veröffentlichten Interview. Ackermann äußerte sich mit Blick auf den am Montag zu Ende gegangenen Papstbesuch in Frankreich, bei dem er selbst in Metz zu Gast war.

Laut dem Bischof könnte ein Papstbesuch in Deutschland eine doppelte Wirkung haben. Schon die Vorbereitungen brächten Menschen zusammen, die sich fragen: "Welche Akzente setzen wir? Was möchten wir, das der Papst sieht und wie er uns kennenlernt?" Auch wenn der Besuch an sich einen Ausnahmezustand darstelle, bekomme der Papst vor Ort ein besseres Gespür dafür, was in einem Land vorgehe, so Ackermann: "Das ist wichtig – und zwar nicht nur vermittelt über die Kontakte, die wir offiziell pflegen und die auch andere Personen nach oben hin pflegen, sondern indem er die Stimmung selbst mitbekommt." Ackermann betonte außerdem, ein gemeinsam mit dem Papst in internationaler Gemeinschaft gefeierter Gottesdienst bestärke die Menschen und zeige: Wir sind nicht allein.

Papst Leo führt zusammen

Die Frankreichreise habe angesichts der polarisierten französischen Gesellschaft gezeigt: "Der Papst hat mit seinem Amt und mit der Art, wie er als Person auftritt, wirklich die Kraft, Menschen zusammenzuführen. Und zwar mit der Botschaft der Kirche, die keine parteipolitische und keine tagespolitische Botschaft ist, sondern noch einmal die Würde jedes Menschen in Erinnerung ruft und natürlich auch die Sehnsucht nach Frieden", sagte Ackermann.

Der Bischof sagte weiter, diese Form von "integrativer Kraft", die nicht auf Abgrenzung setze, ziehe auch Menschen über den christlichen Raum hinaus an. Der Hype um den Papst habe viele französische Bischöfe überrascht. "Aber ich glaube, das ist eine Antwort auf eine Sehnsucht vieler Menschen. Man kann nur hoffen, dass von dieser Inspiration jetzt auch gute Wirkungen ausgehen", sagte Ackermann. – Papst Leo XIV. hatte vom 25. bis 28. September Frankreich besucht – mit Stationen in Paris, im Marienwallfahrtsort Lourdes und in Metz. (KNA)