Marx: Keine Intrigen gegen den Papst im Vatikan

Papst Franziskus steht bei bestimmten kirchlichen Gruppen in der Kritik. Kardinal Reinhard Marx hat ihn nun verteidigt - und erklärt, warum der Stil des Papstes nicht jedem gefällt.

Papst | München - 15.12.2017

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat Berichte über eine angeblich anhaltende Kritik an Papst Franziskus relativiert. Er könne "eine Autoritätsschwäche nicht feststellen" und auch nicht erkennen, "dass eine Gruppe von Kurialen im Hinterzimmer am Sturz des Papstes arbeitet", sagte Marx bei seinem traditionellen Jahresendgespräch am Freitag im Münchner Presseclub. "Der Papst ist einer, der regiert, das gefällt nicht allen", fügte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hinzu. Insbesondere "einige aus den ganz konservativen Kreisen" wollten das nicht akzeptieren.

Marx sagte, er wolle keine Verschwörungstheorien bedienen, doch man müsse schon die Frage stellen, wer ein Interesse daran habe, den Papst zu beschädigen. Er sei für eine offene Diskussion, aber "anonym verfasste Bücher helfen nicht weiter". Auch mache ihm etwas Sorge, dass die Kritik an Franziskus zum Teil "sehr auf die Reputation der Person ausgerichtet ist". Er habe diesbezüglich dem Papst gesagt: "Sie wissen, dass 90 Prozent des Volkes Gottes hinter Ihnen stehen." Franziskus mache auf ihn, Marx, den Eindruck eines "freien Menschen, der unbeirrt seinen Weg geht".

Dabei gehe es dem Papst "nicht nur um Stilfragen", versicherte der Kardinal, "sondern auch um eine neue Sicht der Dinge, ohne dass damit ein theologischer Bruch verbunden ist". Franziskus werde auch im fünften Jahr seines Pontifikats weltweit beachtet. Die Menschen interessierten sich dafür, was er sage, "selbst in Nebensätzen und kleinen Interviews". Für ihn, Marx, sei es jedenfalls weiterhin "eine große Freude, für diesen Papst zu arbeiten". Als Mitglied der neun Persönlichkeiten zählenden Kardinalskommission zählt der Münchner Erzbischof zu den engsten Mitarbeitern des Kirchenoberhaupts. (KNA)

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