Sternberg verteidigt Mitarbeiter gegen Papst-Kritik

Benedikt XVI. wirft der katholischen Kirche in Deutschland "ungeistliche Bürokratie" vor. Dem ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg ist dieses Urteil zu pauschal.

Benedikt XVI. | Rom/München - 08.09.2016

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, nimmt die Mitarbeiter der Kirche vor Kritik des emeritierten Papstes Benedikt XVI. in Schutz. "Wir haben in unseren Bistümern hoch engagierte und sehr gute Leute", sagte Sternberg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Kritik von Benedikt, dass es in der Kirche durch die vielen bezahlten Mitarbeiter eine "ungeistliche Bürokratie" gebe, könne er "in dieser Pauschalität nicht verstehen".

Benedikt XVI. hatte in dem aktuellen Interviewband "Letzte Gespräche" des Journalisten Peter Seewald Kritik an der katholischen Kirche in Deutschland geäußert. Wörtlich sagte er unter anderem: "In Deutschland haben wir diesen etablierten und hochbezahlten Katholizismus, vielfach mit angestellten Katholiken, die dann der Kirche in einer Gewerkschaftsmentalität gegenübertreten." Dabei bekräftigte er auch Bedenken gegen das System der Kirchensteuern. "Die automatische Exkommunikation derer, die sie nicht zahlen, ist meiner Meinung nach nicht haltbar", so Benedikt.

Sternberg dagegen glaubt, "dass die Kirchensteuer ausgesprochen segensreich in diesem Land gewirkt hat und wirkt". Auch die automatische Exkommunikation derer, die keine Kirchensteuern mehr zahlen, verteidigte er. "Es gehört zur Mitgliedschaft der Kirche, dass man auch diese Zahlung der Beiträge leistet."

Das Interviewbuch wird laut Seewald mit ausdrücklicher Genehmigung von Papst Franziskus veröffentlicht und ist ab dem 9. September im Handel erhältlich. Es ist bereits die vierte Zusammenarbeit des Journalisten mit Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. Zuvor waren bereits "Salz der Erde" (1996), "Gott und die Welt" (2000) sowie "Licht der Welt" (2010) erschienen. (bod/dpa)

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