Münchner Erzbischof predigte am letzten Tag der Vollversammlung

Kardinal Marx mahnt Amtsbrüder zu mehr theologischer Bescheidenheit

Aktualisiert am 29.09.2022  –  Lesedauer: 

Fulda ‐ Keine Behauptungen aufstellen, als hätte man einen unmittelbaren Zugriff auf die Wahrheit: Kardinal Reinhard Marx warnte im Fuldaer Dom davor, so zu tun, "als wüssten wir genau Bescheid und die anderen bräuchten nur zuzuhören".

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Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, vorsichtiger von Gott zu reden. Bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda sagte der Kardinal am Donnerstag in einem Gottesdienst, alle Glaubensaussagen könnten nur "in die Nähe dessen kommen, was wir von Gott wissen". Theologen sollten keine "Behauptungen aufstellen, als hätten sie einen unmittelbaren Zugriff auf die Wahrheit".

Unter Berufung auf den tschechischen Soziologen Tomas Halik wies Marx darauf hin, dass auch Menschen innerhalb der Kirchen nicht gläubig seien, zugleich aber auch nicht gegen den Glauben; sie seien vielmehr auf der Suche. Daher sei eine neue Rede von Gott nötig, "die nicht zu viel weiß und so tut, als wüssten wir genau Bescheid und die anderen bräuchten nur zuzuhören", so der Erzbischof.

Am Donnerstag setzen die deutschen Bischöfe ihre Beratungen fort. Bei einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag (ab 13:45 Uhr live auf katholisch.de) wird über die Ergebnisse der Vollversammlung berichtet. Am frühen Abend endet das Bischofstreffen. Unter anderem ging es in Fulda um die Frage, wie die reformorientierte Mehrheit der Bischöfe und eine konservative Minderheit künftig miteinander umgehen wollen. Am Mittwoch war zudem mit dem Aachener Bischof Helmut Dieser der neue DBK-Missbrauchsbeauftragte vorgestellt worden. (tmg/KNA)