Kirche in Deutschland wolle "Gesprächsbeitrag in die Weltkirche" geben

Bischof Genn: Streben mit Synodalem Weg keine Abspaltung an

Aktualisiert am 05.11.2022  –  Lesedauer: 

Münster ‐ Immer wieder werden Befürchtungen laut, die Kirche in Deutschland wolle sich mit dem Synodalen Weg abspalten. Der Münsteraner Bischof Felix Genn widerspricht – und sieht Synodalität als Lernprozess, bei dem der Kirche das "Reifezeugnis" noch fehle.

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Der Münsteraner Bischof Felix Genn unterstreicht, dass die katholische Kirche in Deutschland mit ihrem Reformdialog Synodaler Weg keine Abspaltung anstrebe. Vielmehr gebe sie einen "Gesprächsbeitrag in die Weltkirche", sagte Genn laut Mitteilung des Bistums von Samstag anlässlich einer Tagung des Diözesanrats.

Synodalität sei ein Lernprozess: "Wir sind auf einem Weg und haben das Reifezeugnis noch nicht in der Tasche." Wichtig seien Zuhören und Unterscheidung. Genn sagte: "Es ist nicht nur verantwortbar, sondern notwendig, die Spannung zwischen dem, was Menschen leben, und dem, was die Kirche lehrt, im Gespräch mit der Weltkirche anzuschauen und synodal zu klären." Der Synodale Weg solle umsetzen, wie "das ganze Gottesvolk an Leitungsentscheidungen teilnehmen" könne – da, wo es möglich sei. Deshalb "gebe ich als Bischof mein Hirtenamt nicht ab", betonte Genn.

Seit zwei Jahren läuft in Deutschland ein kirchlicher Reformprozess, der Synodale Weg, an dem sich rund 200 Delegierte beteiligen. Die katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wollen über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ausgangspunkt ist eine jahrelange Kirchenkrise, die der Missbrauchsskandal verschärft hat. Papst Franziskus hat am 9. Oktober 2021 einen weltweiten synodalen Prozess der katholischen Kirche eröffnet. In dem zunächst auf zwei, mittlerweile auf drei Jahre angelegten mehrstufigen Dialog soll die Kirche vor allem einen anderen Umgangsstil einüben. (KNA)