Beim Ad-limina-Besuch bestehe "Erklärungsbedarf" zum Synodalen Weg

Meier sieht deutsche Bischöfe gegenüber Rom "in einer Art Bringschuld"

Aktualisiert am 10.11.2022  –  Lesedauer: 

Augsburg ‐ "Mancher im Vatikan scheint zu fragen: Was machen die Deutschen auf dem Synodalen Weg?", sagt Bischof Bertram Meier. Daher empfiehlt er für den Ad-limina-Besuch der Bischöfe in Rom ein bestimmtes Vorgehen.

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Augsburgs Bischof Bertram Meier sieht die deutschen Bischöfe gegenüber dem Vatikan beim Thema Reformen "in einer Art Bringschuld". Gegenüber der "Katholischen SonntagsZeitung" für sein Bistum sprach Meier mit Blick auf den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland von "einer gewissen Besorgnis, die in Rom herrscht". Der Bischof weiter: "Mancher im Vatikan scheint zu fragen: Was machen die Deutschen auf dem Synodalen Weg? Ich gehe davon aus, dass keiner in Rom Interesse an harter Auseinandersetzung hat."

Meier ergänzte: "Aus meiner Zeit am Vatikan weiß ich: Die Erfahrung um Martin Luther sitzt südlich der Alpen tief. Wir sollten die Erinnerung an die Reformation zwar nicht als Trauma pflegen. Doch es besteht Erklärungsbedarf. Wir Bischöfe sind in einer Art Bringschuld. Die Kunst wird sein, den Synodalen Weg, den wir in Deutschland gehen, in die synodalen Prozesse der Weltkirche einzuklinken." So, wie er den Stil des Heiligen Stuhls kenne, sei es das Interesse Roms, "dass wir höflich und respektvoll als Brüder miteinander reden, dabei aber auch die Probleme und Spannungen ehrlich benennen", fügte Meier hinzu. "Die Römer sind in der Regel keine Poltergeister, sondern lieben die leisen Töne. Da müssen wir gut hinhören."

Meier hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass der Synodale Weg in Fragen der kirchlichen Lehre keine "deutschen Entscheidungen" treffen könne. Er wies zudem darauf hin, dass das Reformprojekt in den von Papst Franziskus angestoßenen weltweiten synodalen Prozess eingebracht und dort gegebenenfalls auch korrigiert werden müsse. Meier reist mit den anderen deutschen Bischöfen in Kürze nach Rom. Dort wollen sie mit dem Papst und wichtigen Behördenleitern im Vatikan sprechen. Der sogenannte Ad-limina-Besuch findet in der Woche vom 14. bis 20. November statt. Im Mittelpunkt dieses regelmäßigen Treffens stehen die Berichte der Diözesanbischöfe über die Lage in ihren Bistümern. (tmg/KNA)