Anderer Fokus als bei bisherigen Gutachten der Diözesen

Bistum Augsburg bringt eigene Missbrauchsstudie auf den Weg

Aktualisiert am 11.01.2023  –  Lesedauer: 

Augsburg ‐ "Die beabsichtigte Studie soll einen von den bisher in verschiedenen Bistümern vorliegenden Gutachten abweichenden Blickwinkel einnehmen", heißt es über den kommenden Missbrauchs-Bericht für die Diözese Augsburg.

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Der Weg für eine eigene Missbrauchsstudie im Bistum Augsburg ist frei. Die Diözese und ihre Unabhängige Aufarbeitungskommission bestätigten laut einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch), dass ein entsprechender Auftrag erteilt werden soll. Die Finanzierung durch das Bistum sei gesichert.

"Die beabsichtigte Studie soll einen von den bisher in verschiedenen Bistümern vorliegenden Gutachten abweichenden Blickwinkel einnehmen", sagte der Kommissionsvorsitzende Hubert Paul, früherer Präsident des Sozialgerichts Augsburg, der Zeitung. Ziel sei es, die Situation der von Missbrauch im Bistum Augsburg betroffenen Menschen umfassend und ergebnisoffen zu untersuchen, auch in psychosozialer Hinsicht.

"Sehr produktive Gespräche"

Seit Sommer würden "sehr produktive Gespräche" mit Experten einer bayerischen Universität geführt, so Paul, ohne Details zu nennen. Eine Auswertung der aus der sogenannten MHG-Studie bekannten Fälle im Bistum durch Mitglieder der Aufarbeitungskommission stehe zudem kurz vor dem Abschluss.

2018 war im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erstmals eine bundesweite Studie zu sexuellem Missbrauch durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige veröffentlicht worden. An der interdisziplinären Untersuchung waren Wissenschaftler verschiedener Universitäten beteiligt. Nach ihren Standorten Mannheim, Heidelberg und Gießen wird das Projekt auch als MHG-Studie bezeichnet. Es wurde zum Ausgangspunkt zahlreicher weiterer Aufarbeitungsprojekte in den einzelnen Bistümern. (KNA)