Juden, Christen, Muslime und Buddhisten gemeinsam für eine lebenswerte Welt: Anlässlich des Papstbesuchs in Frankreich haben sich führende Vertreter der Religionen zum Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, Menschenwürde und den Schutz des Planeten verpflichtet. "Wir, die religiösen Oberhäupter Frankreichs, die wir uns heute in Metz mit Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. versammelt haben, bekräftigen unser gemeinsames Engagement für den Dienst an der gesamten Menschheit", heißt es im "Appell von Metz", den Angehörige der beteiligten Religionen und Konfessionen am Montag im Kongresszentrum der lothringischen Stadt im Wechsel vortrugen.
Man dürfe sich nicht mit der Zunahme von Kriegen und Gewalt abfinden, die das Völkerrecht bedrohe; Ungleichheiten verschärften sich, das ökologische Gleichgewicht gerate aus den Fugen, technologische Umwälzungen stellten grundlegende Werte auf den Kopf. "Diese Erschütterungen beunruhigen uns, rufen uns aber auch zu noch mehr Handeln auf", so die Vertreter des 2010 gegründeten Bündnisses CRCF – Conférence des Responsables de Culte en France.
Gegen Hassrede und Totalitarismus
Ausdrücklich verurteilen sie jede Form von Diskriminierung, Hassrede und Ausgrenzung, die den Zusammenhalt zwischen Individuen und Nationen zerstörten. "Insbesondere in Frankreich sind wir empört über das Wiederaufleben von Angriffen auf Einzelpersonen oder Gotteshäuser aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens." Weder der Name Gottes noch irgendeine religiöse Wahrheit oder spirituelle Tradition dürfe zur Rechtfertigung von Gewalt und Hass missbraucht werden.
Weiter warnen sie vor dem "Gift des Totalitarismus", unter dem Lothringen so sehr gelitten habe, wie es mit Verweis auf viele blutige Konflikte um die Region zwischen Frankreich, Deutschland und Luxemburg heißt. Es gelte, "ein Bollwerk zum Schutz der Menschheit vor unterdrückenden oder korrupten Mächten" zu bilden.
"Kompass der Hoffnung"
"Möge dieses heutige Treffen in Metz in Anwesenheit von Papst Leo XIV. das Gewissen aufrütteln und nachhaltige Frucht bringen", heißt es in dem Text weiter. "Wir unterscheiden uns in unseren religiösen Überzeugungen, aber uns eint die Verantwortung, gemeinsam dem Frieden in der Welt zu dienen und die Würde jedes Menschen zu achten." In diesem Sinne solle der Appell als "Kompass der Hoffnung" dienen.
Unterzeichnet ist der Text vom Präsidenten des Protestantischen Bundes, Pastor Christian Krieger, vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz Frankreichs, Kardinal Jean-Marc Aveline, vom Präsidenten der Versammlung der Orthodoxen Bischöfe Frankreichs, Bischof Dimitrios, von Frankreichs Oberrabbiner Haïm Korsia, vom Ko-Präsidenten der Buddhistischen Union Frankreichs, Antony Boussemart, und vom Rektor der Großen Moschee von Paris, Chems-Eddine Hafiz. (KNA)