Der Queerbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat sich besorgt über die jüngste Welle von Festnahmen in der Türkei geäußert. Wenn Menschen um ihre Sicherheit und Freiheit bangen, "nur weil sie sind, wer sie sind, und lieben, wen sie lieben, dann betrifft das die gesamte Gesellschaft", sagte der Essener Weihbischof Ludger Schepers der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das harte Vorgehen der Behörden treffe eine Gemeinschaft, die ohnehin unter großem Druck stehe. Die Angst sei für viele queere Menschen in der Türkei zum täglichen Begleiter geworden.
Schepers betonte, Menschenrechte seien nicht verhandelbar. "Sie gelten für jeden Menschen, überall und ohne Ausnahme, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. Jedes Gottesgeschöpf trägt eine unantastbare Würde, die es zu schützen gilt." Er bekundete großen Respekt vor all jenen, die in der Türkei trotz der Repressionen für ihre Menschenrechte einstehen.
In Solidarität mit der queeren Gemeinschaft in der Türkei wolle er genau hinsehen, das Schweigen nicht mitmachen und die Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, Würde und Freiheit wachhalten – "gerade dann, wenn Repression sie zu ersticken droht", sagte Schepers. – Mit dem englischen Wort queer bezeichnen sich Menschen, die nicht heterosexuell sind oder deren geschlechtliche Identität nicht mit gesellschaftlichen Rollenbildern übereinstimmt. Unter ihnen sind Personen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung die wohl größte Gruppe. (KNA)