Aufforderung an Priester

Papst Leo XIV. verteidigt erneut Liturgiereform nach Zweitem Vatikanum

Veröffentlicht am 27.05.2026 um 12:40 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Gruppen wie die Piusbruderschaft lehnen die Reformen der Liturgie nach dem letzten Konzil ab. Papst Leo XIV. brach nun erneut eine Lanze für die Veränderungen des Gottesdienstes – solche habe es immer gegeben.

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Papst Leo XIV. hat die Veränderungen in der Liturgie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) erneut verteidigt. Veränderungen dieser Art hätten sich im Laufe der Jahrhunderte ständig vollzogen, sagte der Papst am Mittwoch in seiner Ansprache zu Beginn der Generalaudienz auf dem Petersplatz. "Der Gottesdienst der Kirche hat sich also in den kulturellen Formen jeder Epoche 'verkörpert' und war in der Lage, diese zu beeinflussen und sogar zu verwandeln." Die Tradition schließe den Fortschritt gewissermaßen selbst ein. Dieser in der Konzilskonstitution "Sacrosanctum Concilium" angesprochene Fortschritt gefährde keineswegs die kirchliche Gemeinschaft, so Leo XIV. weiter. Er solle sie vielmehr bestätigen und fördern. Der Papst forderte insbesondere die Priester auf, stets Achtung vor den Texten und Ordnungen der Liturgie zu bewahren.

Der Konzilstext war Ausgangspunkt für eine umfassende Modernisierung der Liturgie seit 1970. Anders als der Konzilsbeschluss ist die davon ausgehende Modernisierung bei einer Minderheit von Katholiken seit Jahrzehnten umstritten. Dies führte zur Bildung traditionalistischer Gruppen, von denen sich einige von der Kirche abspalteten. Eine davon ist die Priesterbruderschaft St. Pius X., die am 1. Juli unerlaubte Bischofsweihen angekündigt hat. Am Dienstag teilte sie die Namen der vier Kandidaten mit. Da der Papst die Weihe wegen lehrmäßiger Differenzen mit ihnen nicht erlaubt hat, droht den Kandidaten sowie dem weihenden Bischof nach dem Kirchenrecht die von selbst eintretende Exkommunikation, also der Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft.

Zudem äußerte sich Leo XIV. besorgt über die neuesten Eskalationen im Ukraine-Krieg: "Ich möchte allen meine Solidarität aussprechen, die unter den jüngsten Angriffen leiden, die auch gegen Zivilisten gerichtet waren." Krieg löse keine Probleme, sondern verschärfe sie, so der Papst. Er schaffe keine Sicherheit, sondern vervielfache Leid und Hass. "Wo Raketen und Drohnen einschlagen, zerbrechen auch Hoffnungen, werden Häuser und Gebetsstätten zerstört und unschuldige Leben ausgelöscht." (tmg/KNA)