Es sei nicht nur um Reform der Riten gegangen

Papst Leo XIV. verteidigt Liturgiereform

Veröffentlicht am 20.05.2026 um 12:05 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Seit langem gibt es in der katholischen Kirche Debatten um die angemessene Feier der Gottesdienste. Begonnen hat es mit einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1963. Darüber sprach nun Papst Leo XIV.

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Papst Leo XIV. hat über den Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Liturgiereform von 1963 gesprochen. Dabei gab er einige indirekte Hinweise auf seine Sicht der anhaltenden Debatte über die Regeln zur Feier von Gottesdiensten mit den Traditionalisten in der katholischen Kirche.

Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz sprach er ausführlich über den Konzilsbeschluss "Sacrosanctum concilium". Dieser Text war Ausgangspunkt für eine umfassende Modernisierung der Liturgie seit 1970. Anders als der Konzilsbeschluss ist die davon ausgehende Modernisierung bei einer Minderheit von Katholiken seit Jahrzehnten umstritten. Dies führte zur Bildung traditionalistischer Gruppen, von denen sich einige von der Kirche abspalteten.

"Es ging nicht nur um eine Reform der Riten"

Der Papst unterstrich, den Konzilsvätern sei es nicht nur um eine Reform der Riten gegangen. "Sie wollten die Kirche dazu bringen, das lebendige Band zu betrachten und zu vertiefen, das uns eint: das Geheimnis Christi." Die liturgische Erneuerung des 20. Jahrhunderts habe offengelegt, dass dieses Geheimnis "nicht eine obskure Wirklichkeit zeigt, sondern den Heilsplan Gottes, der seit Ewigkeiten verborgen war und in Christus offenbart wurde".

Weiter sagte der Papst: "Jedes Mal, wenn wir an der in seinem Namen versammelten Gemeinschaft teilnehmen, tauchen wir in dieses Geheimnis ein." Die Teilnahme der Menschen an der Liturgie sei zugleich innerlich und äußerlich. Sie zeige sich auch im christlichen Handeln im täglichen Leben. Leo XIV. rief dazu auf, sich von den Riten, Symbolen und Gesten der Liturgie innerlich verwandeln zu lassen. (KNA)