EKD legt Jahresstatistik für 2018 vor

Auch in Evangelischer Kirche starker Anstieg bei Kirchenaustritten

Veröffentlicht am 19.07.2019 um 12:53 Uhr – Lesedauer: 
Stempelset mit der Aufschrift "Kirchenaustritt".
Bild: © KNA

Hannover ‐ Nicht nur der katholischen, auch der Evangelischen Kirche kehrten 2018 überproportional viele Menschen den Rücken. Die Austrittszahlen sind vergleichbar – auch wenn der Anstieg auf protestantischer Seite im Vergleich zum Vorjahr weniger hoch ist.

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Die Zahl der Kirchenaustritte in der Evangelischen Kirche in Deutschland ist deutlich angestiegen. Rund 220.000 Protestanten kehrten im vergangenen Jahr ihrer Kirche den Rücken. Damit lag die Zahl der Kirchenaustritte 2018 rund 11,6 Prozent über dem Vorjahr, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag in Hannover mitteilte.

Insgesamt gehören 21,14 Millionen Bundesbürger einer der 20 Gliedkirchen der EKD an; das sind 25,4 Prozent der Bevölkerung. Dies entspricht einem Rückgang von rund 1,8 Prozent.

Auf die finanzielle Situation der evangelischen Kirche hat der Rückgang bei den Mitgliederzahlen zunächst noch keine sichtbaren Auswirkungen. Bedingt durch die positive Entwicklung der Löhne und Einkommen stieg das Kirchensteueraufkommen 2018 leicht an auf 5,79 Milliarden Euro.

Bedford-Strohm: "Jeder Austritt schmerzt"

Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, betonte: "Jeder Austritt schmerzt. Da Menschen heute, anders als früher, aus Freiheit entscheiden, ob sie der Kirche angehören wollen, gilt es für uns heute noch deutlicher zu machen, warum die christliche Botschaft eine so starke Lebensgrundlage ist."

Als weitgehend stabil erwies sich laut Statistik die Zahl der Taufen und Aufnahmen in der evangelischen Kirche: Mit rund 170.000 Taufen und rund 25.000 Aufnahmen liegen die hochgerechneten Zahlen annähernd auf Vorjahresniveau. Die Zahl der evangelisch Verstorbenen lag 2018 mit rund 340.000 ebenfalls in vergleichbarer Größenordnung wie im Vorjahr.

Auch die katholische Kirche hatte am Freitag ihre Jahresstatistik für 2018 vorgelegt. Demnach ist die Zahl der Kirchenaustritte dort dramatisch angestiegen, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in Bonn mitteilte: Im Jahr 2018 haben 216.078 Gläubige vor den staatlichen Behörden ihren Austritt erklärt. Gegenüber zum Vorjahr (2017: 167.504) stiegen die Austritte um nahezu 29 Prozent an. Die Zahl der Katholiken in Deutschland lag im vergangenen Jahr bei 23.002.128 (2017: 23.311.321). Knapp 28 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung sind damit Mitglieder der katholischen Kirche (2017: 28 Prozent). (tmg/KNA)