KALENDERBLATT

Johannes Berchmans

Johannes Berchmans (1599-1621) hatte es eilig. In seinem Tagebuch findet sich der Eintrag: "Wenn ich nicht jetzt in meiner Jugend heilig werde, werde ich niemals heilig sein." Schon früh wollte der Sohn eines einfachen Schuhmachers aus Diest (heute Belgien) Priester werden. Mit der Unterstützung seines Vaters besuchte Johannes ab 1608 die Lateinschule der Dorfpfarrei und lebte gemeinsam mit anderen Priesteramtskandidaten im Rektorat. Als der Vater diese Ausbildung nicht mehr finanzieren konnte, sprang ein anderer Priester der Stadt ein: Für Johannes' Arbeit als Hausdiener bezahlte er den Besuch des bischöflichen Seminars. Mit 17 Jahren trat der begabte Junge den Jesuiten bei und wurde zum Philosophiestudium nach Rom geschickt. Dort wohnte er im Collegium Romanum (der späteren Gregoriana, siehe Bild). Seine Mitbrüder bewunderten neben Johannes' inniger Spiritualität und seinem verantwortungsvollen Pflichtbewusstsein vor allem sein fröhliches Wesen. Als besonders begabter Student vertrat er seinen Orden sogar bei öffentlichen Disputationen. Im Sommer 1621 erkrankte Johannes an der Ruhr, zog sich auf der Krankenstation zusätzlich eine Lungenentzündung zu und verstarb kurz darauf am 13. August. Er wurde nur 22 Jahre alt. Papst Leo XIII. sprach ihn 1888 heilig und ernannte ihn zum Patron der studierenden Jugend. 

Gebet des Tages

Guter Gott.

Durch deinen Sohn Jesus Christus

hast du begonnen,

unter uns Menschen

dem Frieden und der Versöhnung Raum zu schaffen.

Mach uns

zu einer offenen und brüderlichen Gemeinde.

Hilf uns, dass wir um seinetwillen

einander annehmen und zu verstehen suchen,

auch wo wir verschiedener Meinung sind.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

STUNDENBUCH

Tagesliturgie auf einem Blick

Mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Liturgischen Instituts

Lesung (Ez 12,1-12)

Das Wort des HERRN erging an mich:
Menschensohn,
du wohnst mitten im Haus der Widerspenstigkeit,
   das Augen hat, um zu sehen, doch sie sehen nicht,
   das Ohren hat, um zu hören, doch sie hören nicht;
denn sie sind ein Haus der Widerspenstigkeit.

Doch du, Menschensohn,
   pack dir Gepäck für die Verbannung
und geh bei Tag vor ihren Augen weg,
   als ob du vor ihren Augen
   von deinem Wohnsitz in die Verbannung gehen würdest.
Vielleicht sehen sie es;
denn sie sind ein Haus der Widerspenstigkeit.
Trag dein Gepäck wie Gepäck für die Verbannung
   bei Tag vor ihren Augen hinaus!
Du aber geh am Abend vor ihren Augen hinaus
   wie die Leute, die in die Verbannung ziehen!

Brich dir vor ihren Augen ein Loch in die Mauer
   und schaffe das Gepäck durch sie hinaus!
Vor ihren Augen nimm es auf die Schulter!
Schaffe es in der Dunkelheit hinaus!
Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht siehst!
Fürwahr:
   Zum Mahnzeichen mache ich dich für das Haus Israel.

Ich tat so, wie mir befohlen wurde.
Bei Tag trug ich mein Gepäck
   wie Gepäck für die Verbannung hinaus.
   Am Abend brach ich mit der Hand ein Loch durch die Mauer;
   in der Dunkelheit schaffte ich es hinaus.
   Dann nahm ich es vor ihren Augen auf die Schulter.

Da erging das Wort des HERRN an mich am nächsten Morgen:
Menschensohn,
   hat nicht das Haus Israel, das Haus der Widerspenstigkeit,
   zu dir gesagt: Was machst du da?
Sag zu ihnen: So spricht GOTT, der Herr:
Der Fürst, der in Jerusalem wohnt, ist diese Last
und das ganze Haus Israel, das darinnen wohnt.

Sag: Ich bin ein Mahnzeichen für euch.
Wie ich getan habe, so wird ihnen getan;
in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie ziehen.
Und der Fürst, der in ihrer Mitte ist,
   wird in der Dunkelheit
   die Schulter beladen und hinausgehen.
In die Mauer wird man ein Loch brechen,
   um ihn durch sie hinauszuschaffen.
Er wird sein Gesicht verhüllen,
   um mit seinen Augen das Land nicht zu sehen.

Ez

Antwortpsalm (Ps 78,56-57.58-59.61-62)

Kv Vergesst die Taten Gottes nicht! - Kv

Sie versuchten ihn und trotzten Gott, dem Höchsten; ∗
sie hielten sich nicht an seine Zeugnisse.

Wie ihre Väter fielen sie treulos von ihm ab, ∗
sie wandten sich ab wie ein Bogen, der versagt.

Sie erbitterten ihn mit ihrem Kult auf den Höhen ∗
und reizten seine Eifersucht mit den Bildern ihrer Götter.

Gott hörte es und er ergrimmte, ∗
ganz und gar verwarf er Israel.

Er gab seine Macht in Gefangenschaft, ∗
seine Zierde in die Hand des Feindes.

Er lieferte sein Volk dem Schwert aus ∗
und war voll Grimm über sein Eigentum.

Evangelium (Mt 18,21 - 19,1)

Nicht bis zu siebenmal musst du vergeben, sondern bis zu siebzigmal siebenmal

Ruf vor dem Evangelium

Ps 119,135

Halleluja. Halleluja.

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht
und lehre mich deine Gesetze!

Halleluja.

In jener Zeit
   trat Petrus zu Jesus
und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben,
   wenn er gegen mich sündigt?
Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm:
   Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal,
   sondern bis zu siebzigmal siebenmal.

Mit dem Himmelreich
   ist es deshalb wie mit einem König,
   der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann,
   brachte man einen zu ihm,
   der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte,
   befahl der Herr,
   ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß,
   zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.

Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie
und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr des Knechtes hatte Mitleid,
ließ ihn gehen
und schenkte ihm die Schuld.

Als nun der Knecht hinausging,
   traf er einen Mitknecht,
   der ihm hundert Denare schuldig war.
Er packte ihn,
würgte ihn
und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!

Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder
und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht,
sondern ging weg
   und ließ ihn ins Gefängnis werfen,
   bis er die Schuld bezahlt habe.

Als die Mitknechte das sahen,
   waren sie sehr betrübt;
sie gingen zu ihrem Herrn
   und berichteten ihm alles, was geschehen war.

Da ließ ihn sein Herr rufen
und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen,
   weil du mich angefleht hast.
Hättest nicht auch du
   mit deinem Mitknecht
   Erbarmen haben müssen,
   so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern,
   bis er die ganze Schuld bezahlt habe.

Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln,
   wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

Und es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte,
   verließ er Galiläa
   und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

Mess-Lektionar 1982 ff. © 2018 staeko.net

LESEHORE

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Hymnus

Du Gott des Lichts, dem Vater gleich,
du Licht, dem unser Licht entspringt,
du ew’ger Tag: hör unser Flehn,
das aus der Nacht zum Himmel dringt.

Entreiße uns der Finsternis
und aller Angst der Erdennacht,
streif ab von uns die Müdigkeit,
die uns zum Guten träge macht.

Du, Christus, bist das Licht der Welt,
der Gott, dem gläubig wir vertraun,
auf den im Dunkel dieser Zeit
wir alle unsre Hoffnung baun.

Aus ganzem Herzen preisen wir
dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,
der mit dem Vater und dem Geist
uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.

Hymnus

1. Antiphon

Herr, denk daran, was uns geschehen, blick her und sieh unsere Schmach.

Psalm 89.4, 39–46

Du hast deinen Gesalbten verstoßen, 
ihn verworfen und mit Zorn überschüttet,

hast den Bund mit deinem Knecht zerbrochen, 
zu Boden getreten seine Krone.

Eingerissen hast du all seine Mauern, 
in Trümmer gelegt seine Burgen.

Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus, 
er wird zum Gespött seiner Nachbarn.

Du hast die Hand seiner Bedränger hoch erhoben, 
hast all seine Feinde erfreut.

Du hast die Spitze seines Schwertes umgekehrt, 
hast im Kampf ihm den Sieg verweigert.

Du hast ein Ende gemacht seinem Glanz 
und seinen Thron zu Boden geworfen.

Du hast ihm die Tage der Jugend verkürzt 
und ihn bedeckt mit Schande.

Ant.

Herr, denk daran, was uns geschehen, blick her und sieh unsere Schmach.

2. Antiphon

Ich bin die Wurzel Davids und sein Stamm, ich bin der leuchtende Stern, der Morgenstern.

Psalm 89.5, 47–53

Wie lange noch, Herr? Verbirgst du dich ewig? 
Soll dein Zorn wie Feuer brennen?

Bedenke, Herr: Was ist unser Leben, 
wie vergänglich hast du alle Menschen erschaffen!

Wo ist der Mann, der ewig lebt und den Tod nicht schaut, 
der sich retten kann vor dem Zugriff der Unterwelt?

Herr, wo sind die Taten deiner Huld geblieben, 
die du David in deiner Treue geschworen hast?

Herr, denk an die Schmach deines Knechtes! 
Im Herzen brennt mir der Hohn der Völker,

mit dem deine Feinde mich schmähen, Herr, 
und die Schritte deines Gesalbten verhöhnen.

Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit! 
Amen, ja amen.

Ant.

Ich bin die Wurzel Davids und sein Stamm, ich bin der leuchtende Stern, der Morgenstern.

3. Antiphon

Unsere Jahre vergehen wie Gras. Du aber, Gott, bleibst in Ewigkeit.

Psalm 90

Herr, du warst unsre Zuflucht 
von Geschlecht zu Geschlecht.

Ehe die Berge geboren wurden, die Erde entstand und das Weltall, 
bist du, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub 
und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“

Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist, 
wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus; 
sie gleichen dem sprossenden Gras.

Am Morgen grünt es und blüht, 
am Abend wird es geschnitten und welkt.

Denn wir vergehen durch deinen Zorn, 
werden vernichtet durch deinen Grimm.

Du hast unsere Sünden vor dich hingestellt, 
unsere geheime Schuld in das Licht deines Angesichts.

Denn all unsere Tage gehn hin unter deinem Zorn, 
wir beenden unsere Jahre wie einen Seufzer.

Unser Leben währt siebzig Jahre, 
und wenn es hoch kommt, sind es achtzig.

Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, 
rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin.

Wer kennt die Gewalt deines Zornes 
und fürchtet sich vor deinem Grimm?

Unsere Tage zu zählen, lehre uns! 
Dann gewinnen wir ein weises Herz.

Herr, wende dich uns doch endlich zu! 
Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! 
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.

Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, 
so viele Jahre, wie wir Unglück erlitten.

Zeig deinen Knechten deine Taten 
und ihren Kindern deine erhabene Macht!

Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes! 
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, 
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Ant.

Unsere Jahre vergehen wie Gras. Du aber, Gott, bleibst in Ewigkeit.

Versikel

V: Herr, bei dir ist die Quelle des Lebens.
R: In deinem Licht schauen wir das Licht.

Erste Lesung (11,4 – 12,8)

Drohwort gegen die schlechten Herrscher

So spricht der Herr, mein Gott: Hüte die Schafe, die geschlachtet werden sollen. Ihre Käufer töten sie, ohne es zu büßen. Ihre Verkäufer sagen: Gepriesen sei der Herr; denn ich bin reich geworden. Ihre Hirten haben kein Mitleid mit ihnen. Wahrhaftig, ich habe kein Mitleid mehr mit den Bewohnern des Landes – Spruch des Herrn. Seht, jeden Menschen liefere ich seinem Nächsten aus und seinem König. Sie zerschlagen das Land und ich rette es nicht aus ihrer Hand. Ich hütete die Schafe, die geschlachtet werden sollten, für die Schafhändler und ich nahm mir zwei Ruten. Eine nannte ich Noam (Freundlichkeit), die andere nannte ich Hobelim (Verbindung) und ich hütete die Herde. Nach meinem Willen verschwanden in einem einzigen Monat drei Hirten. Ich war zornig auf sie, auch sie waren meiner überdrüssig. Ich sagte: Ich hüte euch nicht. Was im Sterben liegt, soll sterben; was sich verloren hat, sei verloren; und von den Übriggebliebenen soll einer des andern Fleisch fressen. Dann nahm ich meine Rute Noam und hieb sie in Stücke, um meinen Bund zu zerbrechen, den ich mit allen Völkern geschlossen hatte. So wurde er an diesem Tag zerbrochen. Da erkannten die Schafhändler, die auf mich Acht gaben, dass dies ein Wort des Herrn war. Ich sagte zu ihnen: Wenn es euch recht scheint, so bringt mir meinen Lohn; wenn nicht, so lasst es! Doch sie wogen mir meinen Lohn ab, dreißig Silberstücke. Da sagte der Herr zu mir: Wirf ihn dem Schmelzer hin! Hoch ist der Preis, den ich ihnen wert bin. Und ich nahm die dreißig Silberstücke und warf sie im Haus des Herrn dem Schmelzer hin. Danach hieb ich meine zweite Rute, Hobelim, in Stücke, um den brüderlichen Bund zwischen Juda und Israel zu zerbrechen. Der Herr sagte zu mir: Nimm nochmals das Gerät des nichtsnutzigen Hirten! Denn ich lasse einen Hirten im Land auftreten. Um das Vermisste kümmert er sich nicht, das Verlorene sucht er nicht, das Gebrochene heilt er nicht, das Gesunde versorgt er nicht. Stattdessen isst er das Fleisch der gemästeten Schafe und reißt ihnen die Klauen ab. Weh meinem nichtsnutzigen Hirten, der die Herde im Stich lässt. Das Schwert über seinen Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm soll völlig verdorren, sein rechtes Auge soll gänzlich erblinden.

Jerusalems Not und Errettung

Ausspruch. Das Wort des Herrn über Israel. Der Spruch des Herrn, der den Himmel ausgespannt, die Erde gegründet und den Geist im Innern des Menschen geformt hat: Seht, ich mache Jerusalem zur Schale voll berauschendem Getränk für alle Völker ringsum und auch für Juda wird dies gelten bei der Belagerung Jerusalems. An jenem Tag mache ich Jerusalem für alle Völker zum Stein, den man hochstemmen will: Jeder, der ihn hebt, wird schwer zerschunden. Alle Völker der Erde werden sich gegen Jerusalem verbünden. An jenem Tag – Spruch des Herrn – bringe ich alle Pferde in Verwirrung und ihre Reiter zur Raserei. Über dem Haus Juda aber halte ich meine Augen offen, während ich alle Pferde der Völker mit Blindheit schlage. Dann werden die Anführer Judas denken: Die Einwohner Jerusalems sind stark durch den Herrn der Heere, ihren Gott. An jenem Tag mache ich Judas Anführer gleich einem Feuerbecken im Holzhaufen und gleich brennenden Fackeln in den Garben. Sie fressen alle Völker ringsum, rechts und links. Jerusalem aber wird weiterhin an seinem Ort bleiben, in Jerusalem. Dann wird der Herr zuerst die Zelte Judas retten, damit der Stolz des Hauses David und der Stolz der Einwohner Jerusalems nicht zu groß wird gegenüber Juda. An jenem Tag beschirmt der Herr die Einwohner Jerusalems und dann wird selbst der von ihnen, der strauchelt, wie David sein und das Haus David an ihrer Spitze wie Gott, wie der Engel des Herrn.

Aus dem Buch Sacharja.

Zweite Lesung

Gebet zum Guten Hirten

Wo weidest du, Guter Hirte, der du die ganze Herde auf deinen Schultern trägst? Denn das eine Schaf ist die ganze menschliche Natur, die du auf deine Schultern genommen hast. Zeig mir den Ort der Weide, zeig mir das Wasser der Ruhe, führe mich zur grünen Au, die mich nährt, ruf mich beim Namen, damit ich deine Stimme höre, ich, dein Schaf. Durch deine Stimme gibt mir das ewige Leben: „Du, den meine Seele liebt, sprich zu mir!“

Denn so nenne ich dich, da dein Name alle Namen übertrifft, unbegreiflich und unaussprechlich für jedes geistige Wesen. Dein Name, durch den wir deine Güte erkennen, und erkennen, wie unsere Seele für dich empfindet. Denn wie sollte ich dich nicht lieben, dich, der mich so sehr liebt – mich, die Seele, die so schwarz ist, dich, der sein Leben für die Schafe gibt, die er weidet? Eine größere Liebe ist nicht denkbar als diese, in der du mein Heil gegen dein Leben eintauschst.

Nun spricht sie: „Sagt mir: Wo weidest du die Herde?“, damit ich die heilbringende Weide finde und reich gesättigt werde mit der Speise vom Himmel; denn wer sie nicht isst, kann nicht ins Leben eingehen. Ich möchte zu deiner Quelle eilen und von dem göttlichen Trank trinken, den du für die Dürstenden fließen lässt. Du lässt das Wasser aus deiner Seite fließen, aus der Ader, die die Lanze geöffnet hat. Wer von ihr trinkt, in dem wird sie zur Quelle, die Wasser für das ewige Leben ausströmt.

Wenn du mich damit weidest, gibst du mir tiefe Ruhe am Mittag, wenn ich im tiefen Frieden schlafe und ausruhe im schattenlosen Licht. Denn der Mittag kennt keine Schatten, da die Sonne im Scheitelpunkt steht und leuchtet, die Sonne, in der du deine Schafe ruhen lässt, die du weidest, wenn du deine Kinder mit auf dein Lager nimmst. Niemand wird dieser Mittagsruhe gewürdigt, der nicht ein Kind des Lichtes und des Tages ist. Wer sich aber in gleicher Weise absondert von der abendlichen und morgendlichen Finsternis, das heißt, wo das Böse anfängt und wo es aufhört, der ruht am Mittag bei der Sonne der Gerechtigkeit.

Darum sagt die Seele: Zeige mir, wie ich ruhen soll und welches der Weg zur Mittagsruhe ist, damit ich nicht wegirre von der guten Führung und mich einem Rudel anschließe, das deiner Herde fremd ist, weil ich die Wahrheit nicht kenne.

Gregor von Nazianz († 390) – Aus einer Auslegung zum Hohenlied.

ABSCHLUSS

V: Singet Lob und Preis.
R: Dank sei Gott, dem Herrn.

LAUDES

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Hymnus

Seht, golden steigt das Licht empor

Seht, golden steigt das Licht empor –
da schwindet hin die dunkle Nacht,
die unsren richtungslosen Schritt
hart an des Abgrunds Rand gebracht.

Des neuen Tages heitres Licht
dringt tief in unsre Seele ein
und macht, von Arglist ungetrübt,
des Herzens Streben klar und rein.

Von Aug’ und Zunge, Mund und Hand
bleib’ jede böse Regung fern;
so führe uns der neue Tag
aus Finsternis zum Licht des Herrn.

Ein Auge schaut auf uns herab,
das über unsrem Leben wacht:
Es sieht voll Güte unser Tun
vom frühen Morgen bis zur Nacht.

Und jener letzte Morgen einst,
den wir erflehn voll Zuversicht,
er finde wachend uns beim Lob
und überströme uns mit Licht.

Gott Vater, dir und deinem Sohn
sei Lob und Dank und Herrlichkeit,
und auch dem Geist, der bei uns ist,
jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Hymnus

1. Antiphon

Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes.

Psalm 87

Das himmlische Jerusalem aber ist frei, und dieses Jerusalem ist unsere Mutter. (Gal 4,26)

Die Gottesstadt, die Mutter aller Völker

Der Herr liebt seine Gründung auf heiligen Bergen, 
mehr als all seine Stätten in Jakob liebt er die Tore Zions.

Herrliches sagt man von dir, 
du Stadt unsres Gottes.

Leute aus Ägypten und Babel 
zähle ich zu denen, die mich kennen;

auch von Leuten aus dem Philisterland, aus Tyrus und Kusch 
sagt man: Er ist dort geboren.

Doch von Zion wird man sagen: 
Jeder ist dort geboren. 
Er, der Höchste, hat Zion gegründet.

Der Herr schreibt, wenn er die Völker verzeichnet: 
Er ist dort geboren.

Und sie werden beim Reigentanz singen: 
All meine Quellen entspringen in dir.

Ant.

Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes.

2. Antiphon

Der Herr kommt mit Macht und mit ihm sein Siegespreis.

Canticum: Jes 40,10–17

Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, 
er herrscht mit starkem Arm.

Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: 
Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her.

Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, 
er sammelt sie mit starker Hand.

Die Lämmer trägt er auf dem Arm, 
die Mutterschafe führt er behutsam.

Wer misst das Meer mit der hohlen Hand? 
Wer kann mit der ausgespannten Hand den Himmel vermessen?

Wer misst den Staub der Erde mit einem Scheffel? 
Wer wiegt die Berge mit einer Waage 
und mit Gewichten die Hügel?

Wer bestimmt den Geist des Herrn? 
Wer kann sein Berater sein und ihn unterrichten?

Wen fragt er um Rat, 
und wer vermittelt ihm Einsicht?

Wer kann ihn über die Pfade des Rechts belehren? 
Wer lehrt ihn das Wissen und zeigt ihm den Weg der Erkenntnis?

Seht, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer, 
sie gelten so viel wie ein Stäubchen auf der Waage. 
Ganze Inseln wiegen nicht mehr als ein Sandkorn.

Der Libanon reicht nicht aus für das Brennholz, 
sein Wild genügt nicht für die Opfer.

Alle Völker sind vor Gott wie ein Nichts, 
für ihn sind sie wertlos und nichtig.

Ant.

Der Herr kommt mit Macht und mit ihm sein Siegespreis.

3. Antiphon

Rühmt den Herrn, unsern Gott; an seinem heiligen Berg werft euch nieder.

Psalm 99

Der Herr ist König: Es zittern die Völker. 
Er thront auf den Kerubim: Es wankt die Erde.

Groß ist der Herr auf Zion, 
über alle Völker erhaben.

Preisen sollen sie deinen großen, majestätischen Namen. 
Denn er ist heilig.

Stark ist der König, er liebt das Recht. 
Du hast die Weltordnung fest begründet, 
hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen.

Rühmt den Herrn, unsern Gott; 
werft euch am Schemel seiner Füße nieder! 
Denn er ist heilig.

Mose und Aaron sind unter seinen Priestern, 
Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen; 
sie riefen zum Herrn, und er hat sie erhört.

Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen; 
seine Gebote hielten sie, 
die Satzung, die er ihnen gab.

Herr, unser Gott, du hast sie erhört; 
du warst ihnen ein verzeihender Gott, 
aber du hast ihre Frevel vergolten.

Rühmt den Herrn, unsern Gott, 
werft euch nieder an seinem heiligen Berge! 
Denn heilig ist der Herr, unser Gott.

Ant.

Rühmt den Herrn, unsern Gott; an seinem heiligen Berg werft euch nieder.

Kurzlesung

1 Petr 4,10.11c

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! Wer redet, der rede mit den Worten, die Gott ihm gibt; wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht. So wird in allem Gott verherrlicht durch Jesus Christus.

Aus ganzem Herzen rufe ich, * erhöre mich und sei mir gnädig. –⁠
V: Herr, deine Weisung will ich befolgen. * Erhöre mich und sei mir gnädig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. –⁠

Benedictus

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der Hand unserer Feinde.

Gepriesen + sei der Herr, der Gott Israels! 
Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;

er hat uns einen starken Retter erweckt 
im Hause seines Knechtes David.

So hat er verheißen von alters her 
durch den Mund seiner heiligen Propheten.

Er hat uns errettet vor unsern Feinden 
und aus der Hand aller, die uns hassen;

er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet 
und an seinen heiligen Bund gedacht, 
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, 
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit 
vor seinem Angesicht all unsre Tage.

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; 
denn du wirst dem Herrn vorangehn 
und ihm den Weg bereiten.

Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken 
in der Vergebung der Sünden.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes 
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, 
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

ABSCHLUSS

V: Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
R: Amen.

TERZ

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Hymnus

Komm, Heil’ger Geist vom ew’gen Thron,
eins mit dem Vater und dem Sohn;
durchwirke unsere Seele ganz
mit deiner Gottheit Kraft und Glanz.

Erfüll mit heil’ger Leidenschaft
Geist, Zunge, Sinn und Lebenskraft;
mach stark in uns der Liebe Macht,
dass sie der Brüder Herz entfacht.

Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertrauen, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt. Amen.

Hymnus

1. Antiphon

Herr, stütze mich, wie du es verheißen hast, damit ich lebe.

Psalm 119.113, 113–120 XV

Zwiespältige Menschen sind mir von Grund auf verhasst, 
doch dein Gesetz ist mir lieb.

Du bist mein Schutz und mein Schild, 
ich warte auf dein Wort.

Weicht zurück von mir, ihr Bösen! 
Ich will die Gebote meines Gottes befolgen.

Stütze mich, damit ich lebe, wie du es verheißen hast. 
Lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!

Gib mir Halt, dann finde ich Rettung; 
immer will ich auf deine Gesetze schauen.

Alle, die sich von deinen Gesetzen entfernen, verwirfst du; 
denn ihr Sinnen und Trachten ist Lüge.

Alle Frevler im Land sind für dich wie Schlacken, 
darum liebe ich, was du gebietest.

Aus Ehrfurcht vor dir erschauert mein Leib, 
vor deinen Urteilen empfinde ich heilige Scheu.

Ant.

Herr, stütze mich, wie du es verheißen hast, damit ich lebe.

2. Antiphon

Hilf uns, du Gott unseres Heils. Vergib uns die Sünden.

Psalm 79, 1–5.8–11.13

Gott, die Heiden sind eingedrungen in dein Erbe, 
sie haben deinen heiligen Tempel entweiht 
und Jerusalem in Trümmer gelegt.

Die Leichen deiner Knechte haben sie zum Fraß gegeben den Vögeln des Himmels, 
die Leiber deiner Frommen den Tieren des Feldes.

Ihr Blut haben sie wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, 
und keiner hat sie begraben.

Zum Schimpf sind wir geworden in den Augen der Nachbarn, 
zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.

Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? 
Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?

Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! 
Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! 
Denn wir sind sehr erniedrigt.

Um der Ehre deines Namens willen hilf uns, du Gott unsres Heils! 
Um deines Namens willen reiß uns heraus und vergib uns die Sünden!

Warum dürfen die Heiden sagen: 
„Wo ist nun ihr Gott?“

Lass kund werden an den Heiden vor unsern Augen, 
wie du das vergossene Blut deiner Knechte vergiltst.

Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. 
Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!

Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, 
wollen dir ewig danken, 
deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.

Ant.

Hilf uns, du Gott unseres Heils. Vergib uns die Sünden.

3. Antiphon

Gott der Scharen, blicke vom Himmel herab. Komm und sorge für deinen Weinstock.

Psalm 80

Du Hirte Israels, höre, 
der du Josef weidest wie eine Herde!

Der du auf den Kerubim thronst, erscheine 
vor Efraim, Benjamin und Manasse!

Biete deine gewaltige Macht auf 
und komm uns zu Hilfe!

Gott, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch zürnst du, 
während dein Volk zu dir betet?

Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, 
sie überreich getränkt mit Tränen.

Du machst uns zum Spielball der Nachbarn, 
und unsere Feinde verspotten uns.

Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Du hobst in Ägypten einen Weinstock aus, 
du hast Völker vertrieben, ihn aber eingepflanzt.

Du schufst ihm weiten Raum; 
er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.

Sein Schatten bedeckte die Berge, 
seine Zweige die die Zedern Gottes.

Seine Ranken trieb er hin bis zum Meer 
und seine Schösslinge bis zum Eufrat.

Warum rissest du seine Mauern ein? 
Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus.

Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um, 
die Tiere des Feldes fressen ihn ab.

Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! 
Blick vom Himmel herab und sieh auf uns!

Sorge für diesen Weinstock 
und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.

Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, 
sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.

Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten, 
den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.

Erhalt uns am Leben! 
Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen.

Herr, Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Ant.

Gott der Scharen, blicke vom Himmel herab. Komm und sorge für deinen Weinstock.

Kurzlesung

Weish 19,22

In allem hast du, Herr, dein Volk groß gemacht und verherrlicht; du hast es nicht im Stich gelassen, sondern bist ihm immer und überall beigestanden.

V: Du allein bist der Gott, der Wunder vollbringt.
Du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

SEXT

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Hymnus

O Gott, du lenkst mit starker Hand
den wechselvollen Lauf der Welt,
machst, dass den Morgen mildes Licht,
den Mittag voller Glanz erhellt.

Lösch aus die Glut der Leidenschaft
und tilge allen Hass und Streit;
erhalte Geist und Leib gesund,
schenk Frieden uns und Einigkeit.

Du Gott des Lichts, auf dessen Reich
der helle Schein der Sonne weist,
dich loben wir aus Herzensgrund,
Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist. Amen.

Hymnus

1. Antiphon

Herr, stütze mich, wie du es verheißen hast, damit ich lebe.

Psalm 119.113, 113–120 XV

Zwiespältige Menschen sind mir von Grund auf verhasst, 
doch dein Gesetz ist mir lieb.

Du bist mein Schutz und mein Schild, 
ich warte auf dein Wort.

Weicht zurück von mir, ihr Bösen! 
Ich will die Gebote meines Gottes befolgen.

Stütze mich, damit ich lebe, wie du es verheißen hast. 
Lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!

Gib mir Halt, dann finde ich Rettung; 
immer will ich auf deine Gesetze schauen.

Alle, die sich von deinen Gesetzen entfernen, verwirfst du; 
denn ihr Sinnen und Trachten ist Lüge.

Alle Frevler im Land sind für dich wie Schlacken, 
darum liebe ich, was du gebietest.

Aus Ehrfurcht vor dir erschauert mein Leib, 
vor deinen Urteilen empfinde ich heilige Scheu.

Ant.

Herr, stütze mich, wie du es verheißen hast, damit ich lebe.

2. Antiphon

Hilf uns, du Gott unseres Heils. Vergib uns die Sünden.

Psalm 79, 1–5.8–11.13

Gott, die Heiden sind eingedrungen in dein Erbe, 
sie haben deinen heiligen Tempel entweiht 
und Jerusalem in Trümmer gelegt.

Die Leichen deiner Knechte haben sie zum Fraß gegeben den Vögeln des Himmels, 
die Leiber deiner Frommen den Tieren des Feldes.

Ihr Blut haben sie wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, 
und keiner hat sie begraben.

Zum Schimpf sind wir geworden in den Augen der Nachbarn, 
zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.

Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? 
Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?

Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! 
Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! 
Denn wir sind sehr erniedrigt.

Um der Ehre deines Namens willen hilf uns, du Gott unsres Heils! 
Um deines Namens willen reiß uns heraus und vergib uns die Sünden!

Warum dürfen die Heiden sagen: 
„Wo ist nun ihr Gott?“

Lass kund werden an den Heiden vor unsern Augen, 
wie du das vergossene Blut deiner Knechte vergiltst.

Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. 
Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!

Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, 
wollen dir ewig danken, 
deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.

Ant.

Hilf uns, du Gott unseres Heils. Vergib uns die Sünden.

3. Antiphon

Gott der Scharen, blicke vom Himmel herab. Komm und sorge für deinen Weinstock.

Psalm 80

Du Hirte Israels, höre, 
der du Josef weidest wie eine Herde!

Der du auf den Kerubim thronst, erscheine 
vor Efraim, Benjamin und Manasse!

Biete deine gewaltige Macht auf 
und komm uns zu Hilfe!

Gott, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch zürnst du, 
während dein Volk zu dir betet?

Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, 
sie überreich getränkt mit Tränen.

Du machst uns zum Spielball der Nachbarn, 
und unsere Feinde verspotten uns.

Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Du hobst in Ägypten einen Weinstock aus, 
du hast Völker vertrieben, ihn aber eingepflanzt.

Du schufst ihm weiten Raum; 
er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.

Sein Schatten bedeckte die Berge, 
seine Zweige die die Zedern Gottes.

Seine Ranken trieb er hin bis zum Meer 
und seine Schösslinge bis zum Eufrat.

Warum rissest du seine Mauern ein? 
Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus.

Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um, 
die Tiere des Feldes fressen ihn ab.

Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! 
Blick vom Himmel herab und sieh auf uns!

Sorge für diesen Weinstock 
und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.

Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, 
sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.

Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten, 
den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.

Erhalt uns am Leben! 
Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen.

Herr, Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Ant.

Gott der Scharen, blicke vom Himmel herab. Komm und sorge für deinen Weinstock.

Kurzlesung

Dtn 4,7

Welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?

V: Nahe ist der Herr allen, die zu ihm rufen.
Er erhört ihr Schreien und rettet sie.

NON

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Hymnus

Du starker Gott, der diese Welt
im Innersten zusammenhält,
du Angelpunkt, der unbewegt
den Wandel aller Zeiten trägt.

Geht unser Erdentag zu End’,
schenk Leben, das kein Ende kennt:
Führ uns, dank Jesu Todesleid,
ins Licht der ew’gen Herrlichkeit.

Vollenden wir den Lebenslauf,
nimm uns in deine Liebe auf,
dass unser Herz dich ewig preist,
Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist.

Hymnus

1. Antiphon

Herr, stütze mich, wie du es verheißen hast, damit ich lebe.

Psalm 119.113, 113–120 XV

Zwiespältige Menschen sind mir von Grund auf verhasst, 
doch dein Gesetz ist mir lieb.

Du bist mein Schutz und mein Schild, 
ich warte auf dein Wort.

Weicht zurück von mir, ihr Bösen! 
Ich will die Gebote meines Gottes befolgen.

Stütze mich, damit ich lebe, wie du es verheißen hast. 
Lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!

Gib mir Halt, dann finde ich Rettung; 
immer will ich auf deine Gesetze schauen.

Alle, die sich von deinen Gesetzen entfernen, verwirfst du; 
denn ihr Sinnen und Trachten ist Lüge.

Alle Frevler im Land sind für dich wie Schlacken, 
darum liebe ich, was du gebietest.

Aus Ehrfurcht vor dir erschauert mein Leib, 
vor deinen Urteilen empfinde ich heilige Scheu.

Ant.

Herr, stütze mich, wie du es verheißen hast, damit ich lebe.

2. Antiphon

Hilf uns, du Gott unseres Heils. Vergib uns die Sünden.

Psalm 79, 1–5.8–11.13

Gott, die Heiden sind eingedrungen in dein Erbe, 
sie haben deinen heiligen Tempel entweiht 
und Jerusalem in Trümmer gelegt.

Die Leichen deiner Knechte haben sie zum Fraß gegeben den Vögeln des Himmels, 
die Leiber deiner Frommen den Tieren des Feldes.

Ihr Blut haben sie wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, 
und keiner hat sie begraben.

Zum Schimpf sind wir geworden in den Augen der Nachbarn, 
zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen.

Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? 
Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?

Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! 
Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! 
Denn wir sind sehr erniedrigt.

Um der Ehre deines Namens willen hilf uns, du Gott unsres Heils! 
Um deines Namens willen reiß uns heraus und vergib uns die Sünden!

Warum dürfen die Heiden sagen: 
„Wo ist nun ihr Gott?“

Lass kund werden an den Heiden vor unsern Augen, 
wie du das vergossene Blut deiner Knechte vergiltst.

Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. 
Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!

Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, 
wollen dir ewig danken, 
deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.

Ant.

Hilf uns, du Gott unseres Heils. Vergib uns die Sünden.

3. Antiphon

Gott der Scharen, blicke vom Himmel herab. Komm und sorge für deinen Weinstock.

Psalm 80

Du Hirte Israels, höre, 
der du Josef weidest wie eine Herde!

Der du auf den Kerubim thronst, erscheine 
vor Efraim, Benjamin und Manasse!

Biete deine gewaltige Macht auf 
und komm uns zu Hilfe!

Gott, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch zürnst du, 
während dein Volk zu dir betet?

Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, 
sie überreich getränkt mit Tränen.

Du machst uns zum Spielball der Nachbarn, 
und unsere Feinde verspotten uns.

Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Du hobst in Ägypten einen Weinstock aus, 
du hast Völker vertrieben, ihn aber eingepflanzt.

Du schufst ihm weiten Raum; 
er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.

Sein Schatten bedeckte die Berge, 
seine Zweige die die Zedern Gottes.

Seine Ranken trieb er hin bis zum Meer 
und seine Schösslinge bis zum Eufrat.

Warum rissest du seine Mauern ein? 
Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus.

Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um, 
die Tiere des Feldes fressen ihn ab.

Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! 
Blick vom Himmel herab und sieh auf uns!

Sorge für diesen Weinstock 
und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.

Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, 
sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.

Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten, 
den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.

Erhalt uns am Leben! 
Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen.

Herr, Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! 
Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Ant.

Gott der Scharen, blicke vom Himmel herab. Komm und sorge für deinen Weinstock.

Kurzlesung

Est 10,3f

Mein Volk, das sind die Israeliten; sie haben zu Gott geschrien und sind gerettet worden. Der Herr hat sein Volk gerettet, der Herr hat uns von allen diesen Heiden erlöst. Gott hat große Zeichen und Wunder getan, wie sie unter den Völkern noch nie geschehen sind.

V: Ich danke dir, du hast mich erhört.
Herr, du bist mein Retter.

VESPER

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Hymnus

O Gott, in deiner großen Macht
hast du, was aus den Wassern kam,
teils in die Flut zurückgesandt,
teils hoch erhoben in die Luft.

Die Fische tauchtest du ins Meer,
die Vögel warfst du hoch ins Blau,
und was dem gleichen Schoß entsprang,
ist nun getrennt nach Art und Ort.

O Herr, wir sind in Jesu Tod
wie in die Flut hineingetaucht:
Steh gnädig deinen Dienern bei,
die Wasser tauft und Blut entsühnt.

Gib, dass uns Kleinmut nicht erdrückt,
nicht Hochmut überheblich macht.
Zerbrich nicht das gebeugte Herz,
das stolze schütze vor dem Sturz.

Dies schenk uns, Vater voller Macht,
und du sein Sohn und Ebenbild,
die ihr in Einheit mit dem Geist
die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.

Hymnus

1. Antiphon

Dein heiliges Volk soll jubeln, Herr, und dir huldigen in deinem Tempel.

Psalm 132.1, 1–10

Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. (Lk 1,32)

Die Erwählung des Zion

O Herr, denk an David, 
denk an all seine Mühen,

wie er dem Herrn geschworen, 
dem starken Gott Jakobs gelobt hat:

„Nicht will ich mein Zelt betreten 
noch mich zur Ruhe betten,

nicht Schlaf den Augen gönnen 
noch Schlummer den Lidern,

bis ich eine Stätte finde für den Herrn, 
eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.“

Wir hörten von seiner Lade in Efrata, 
fanden sie im Gefilde von Jáar.

„Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung 
und niederfallen vor dem Schemel seiner Füße!“

„Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe, 
du und deine machtvolle Lade!“

Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit, 
und deine Frommen sollen jubeln.

„Weil David dein Knecht ist, 
weise deinen Gesalbten nicht ab!“

Ant.

Dein heiliges Volk soll jubeln, Herr, und dir huldigen in deinem Tempel.

2. Antiphon

Den Zion hat der Herr erwählt, er hat ihn erkoren zu seinem Wohnsitz.

Psalm 132.2, 11–18

Der Herr hat David geschworen, 
einen Eid, den er niemals brechen wird:

„Einen Spross aus deinem Geschlecht 
will ich setzen auf deinen Thron.

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren, 
mein Zeugnis, das ich sie lehre,

dann sollen auch ihre Söhne 
auf deinem Thron sitzen für immer.“

Denn der Herr hat den Zion erwählt, 
ihn zu seinem Wohnsitz erkoren:

„Das ist für immer der Ort meiner Ruhe; 
hier will ich wohnen, ich hab’ ihn erkoren.

Zions Nahrung will ich reichlich segnen, 
mit Brot seine Armen sättigen.

Seine Priester will ich bekleiden mit Heil, 
seine Frommen sollen jauchzen und jubeln.

Dort lasse ich Davids Macht erstarken 
und stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf.

Ich bedecke seine Feinde mit Schande; 
doch auf ihm erglänzt seine Krone.“

Ant.

Den Zion hat der Herr erwählt, er hat ihn erkoren zu seinem Wohnsitz.

3. Antiphon

Macht und Ehre und Königtum hat Gott ihm verliehen. Alle Völker werden ihm dienen.

Canticum: Offb 11,17–18; 12,10b–12a

Wir danken dir, Herr und Gott, 
du Herrscher über die ganze Schöpfung, 
der du bist und der du warst:

denn du nahmst deine große Macht in Anspruch 
und tratst deine Herrschaft an.

Die Völker gerieten in Zorn. 
Da kam dein Zorn: die Zeit, die Toten zu richten,

die Zeit, deine Knechte zu belohnen, 
die Propheten und die Heiligen

und alle, die deinen Namen fürchten, 
die Großen und die Kleinen,

die Zeit, alle zu verderben, 
die die Erde verderben.

Jetzt ist er da, der rettende Sieg, 
die Macht und die Herrschaft unsres Gottes 
und die Vollmacht seines Gesalbten;

denn gestürzt wurde der Ankläger unsrer Brüder, 
der sie bei Tag und bei Nacht vor unserm Gott verklagte.

Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes 
und durch ihr Wort und ihr Zeugnis.

Sie hielten ihr Leben nicht fest, 
bis hinein in den Tod.

Darum jubelt, ihr Himmel 
und alle, die darin wohnen.

Ant.

Macht und Ehre und Königtum hat Gott ihm verliehen. Alle Völker werden ihm dienen.

Kurzlesung

1 Petr 3,8–9

Seid alle eines Sinnes, voll Mitgefühl und brüderlicher Liebe, seid barmherzig und demütig! Vergeltet nicht Böses mit Bösem noch Kränkung mit Kränkung! Stattdessen segnet; denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erlangen.

Preise den Herrn, Jerusalem, * er nährte dich mit bestem Weizen. –⁠
V: Mit Honig aus dem Felsen hat er dich gesättigt. * Er nährte dich mit bestem Weizen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. –⁠

Magnificat

Gott stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Meine Seele + preist die Größe des Herrn, 
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. 
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, 
und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht 
über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten; 
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron 
und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben 
und lässt die Reichen leer ausgehn.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an 
und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, 
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

KOMPLET

V: O Gott, komm mir zu Hilfe.
R: Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

SCHULDBEKENNTNIS

V: Der allmächtige Gott erbarme sich unser,
er lasse uns die Sünden nach
und führe uns zum ewigen Leben.

R: Amen.

Hymnus

Bevor des Tages Licht vergeht,
o Herr der Welt, hör dies Gebet:
Behüte uns in dieser Nacht
durch deine große Güt’ und Macht.

Hüllt Schlaf die müden Glieder ein,
lass uns in dir geborgen sein
und mach am Morgen uns bereit
zum Lobe deiner Herrlichkeit.

Dank dir, o Vater, reich an Macht,
der über uns voll Güte wacht
und mit dem Sohn und Heil’gen Geist
des Lebens Fülle uns verheißt. Amen.

Hymnus

1. Antiphon

Mein Leib wird ruhen in Sicherheit.

Psalm 16

Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. 
Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr; 
mein ganzes Glück bist du allein.“

An den Heiligen im Lande, den Herrlichen, 
an ihnen nur hab’ ich mein Gefallen.

Viele Schmerzen leidet, wer fremden Göttern folgt. 
Ich will ihnen nicht opfern, 
ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen.

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; 
du hältst mein Los in deinen Händen.

Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. 
Ja, mein Erbe gefällt mir gut.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. 
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.

Ich habe den Herrn beständig vor Augen. 
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; 
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.

Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; 
du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.

Du zeigst mir den Pfad zum Leben. 
Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, 
zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.

Ant.

Mein Leib wird ruhen in Sicherheit.

Kurzlesung

1 Thess 5,23

Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.

Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Dar­um sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit gan­zem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.

Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben. Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.

Herr, auf dich vertraue ich, * in deine Hände lege ich mein Leben. –⁠
V: Lass leuchten über deinem Knecht dein Antlitz, hilf mir in deiner Güte. * In deine Hände lege ich mein Leben.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. –⁠

Nunc dimittis

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz, wenn wir schlafen, damit wir wachen mit Christus und ruhen in seinem Frieden.

Nun + lässt du, Herr, deinen Knecht, 
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, 
das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, 
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Das Stundenbuch wird Ihnen hier online in Kooperation mit dem Deutschen Liturgischen Institut zur Verfügung gestellt.