Erstmals Schule nach Margot Käßmann benannt
Margot Käßmann wird schon zu Lebzeiten Namenspatin einer Schule. Die berufsbildenden Schulen der Diakonie in Rotenburg an der Wümme tragen seit Mittwoch den Namen der ehemaligen Hannoveraner Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wie die Landeskirche Hannovers mitteilte. Den Angaben zufolge ist es die erste nach ihr benannte Schule. Käßmann selbst enthüllte das neue Namensschild. Sie werde als Schirmherrin künftig das Schulleben mitgestalten. "Margot Käßmann zeigt sich als Mensch, als Christin, als Bürgerin, als Funktionsträgerin. Und sie hat einen wertschätzenden Blick auf die Welt. Darin ist sie vorbildlich für unsere Schule", erläuterte der Geschäftsburger der Rotenburger Werke, Thorsten Tillner, die Namenswahl.
Der Entscheidung für den neuen Namen ist laut der Schule ein intensiver Beratungs- und Abstimmungsprozess unter Beteiligung der Schülerschaft und des Kollegiums vorausgegangen. Käßmann freute sich über die Ehre: "Die Förderung von sozialem Engagement und protestantischem Profil war und ist mir ein Anliegen. Deshalb werde ich die Schule, vor allem die jungen Leute, die sich hier auf ihr Berufsleben vorbereiten, in Zukunft gern begleiten und unterstützen", hieß es in ihrem Redemanuskript.
Ausbildung für Sozial- und Pflegeberufe
Die heutige Margot-Käßmann-Schule ist 2024 aus den berufsbildenden Schulen des Rotenburger Diakonissen-Mutterhauses, der Rotenburger Werke und des Agaplesion-Diakonieklinikums Rotenburg hervorgegangen. Die Vorgängerschulen bestehen seit über 100 Jahren. Heute besuchen knapp 600 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung im Rahmen ihrer Ausbildung in sozialpädagogischen, heilerzieherischen und Pflegeberufen. Außerdem wird dort die Weiterbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin und zum Erzieher angeboten.
Margot Käßmann war bis zu ihrer Wahl zur hannoveranischen Landesbischöfin 1999 Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags. 2009 wurde sie zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt. 2010 trat sie von ihren Ämtern zurück. Seither ist sie vor allem als geistliche Autorin und Publizistin bekannt, außerdem lehrte sie an verschiedenen Hochschulen. 2018 wurde die heute 67-jährige als Pastorin in den Ruhestand verabschiedet. (fxn)
