Ex-Klarissen von Belorado können länger im Kloster bleiben

Trotz umfassender Niederlagen vor allen angerufenen Gerichten erhalten die schismatischen Ex-Klarissen doch noch einen Monat Aufschub vor der Zwangsräumung ihres ehemaligen Klosters. Nachdem das Provinzgericht von Burgos in der vergangenen Woche die letzten Rechtsfragen zuungunsten der Frauen entschieden hatte, hat nun auch das Gericht von Briviesca auf dieser Grundlage die Rechtsmittel gegen die Räumung verworfen, wie das Erzbistum Burgos am Mittwoch mitteilte. Sollten die Ex-Nonnen das Kloster nicht freiwillig verlassen, ist die Räumung nun auf den 12. März, 9.30 Uhr, festgelegt. Ursprünglich war der Termin der 10. Februar. Gegen die Entscheidung des Gerichts von Briviesca können keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden.
Laut dem Erzbistum, dessen Erzbischof Mario Iceta vom Vatikan als Apostolischer Kommissar für das Kloster eingesetzt wurde, geht die Fristverlängerung auf einen Antrag der Frauen zurück. Sie hatten den Wunsch nach einem erneuten Aufschub damit begründet, dass das Kloster ihr einziger Wohnsitz sei. Nach der Niederlage vor dem Provinzgericht hatten die Schwestern allerdings schon angekündigt, das Kloster zu verlassen. Wohin die Frauen ziehen, ist noch nicht klar. Sie bekräftigten aber ihren festen Willen, weiterhin trotz ihrer Exkommunikation und Entlassung aus dem Ordensstand als Klostergemeinschaft gemeinsam leben zu wollen. Dafür haben sie die Öffentlichkeit um Hilfe und Solidarität bei der Suche nach einem neuen Kloster gebeten.
Alle Einigungsversuche erfolglos
Die Räumung des Klosters zieht sich schon gut ein Jahr hin. Sie wurde mehrfach vertagt. Verzögerungen entstanden, weil zunächst nicht alle ehemaligen Ordensfrauen erreicht werden konnten und so eine Ladung vor Gericht nicht möglich war. Später stellte der Anwalt der Frauen einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, der durch das zuständige Provinzgericht abgelehnt wurde. Ende Juli entschied das Gericht gegen die Ex-Nonnen. Ein Räumungstermin im Oktober wurde nach Rechtsmitteln der ehemaligen Ordensfrauen abgesagt.
Der Konflikt um die Klarissen von Belorado hat sich in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt. Im Mai 2024 hatten die Schwestern ein Manifest veröffentlicht, mit dem sie sich von der katholischen Kirche lossagten und erklärten, alle Päpste nach Pius XII. (1939–1958) nicht anzuerkennen. Im Laufe des Konflikts schlossen sie sich verschiedenen schismatischen angeblichen Bischöfen an und wurden aufgrund ihres Schismas exkommuniziert. Alle Schlichtungsversuche des vom Vatikan eingesetzten Päpstlichen Kommissars scheiterten. (fxn)