Namen mit Bezug zum Christentum

Von Aaron bis zum Satan – Biblisches in der Tier- und Pflanzenwelt

Veröffentlicht am 06.04.2026 um 12:00 Uhr – Von Steffen Zimmermann – Lesedauer: 

Berlin ‐ Aronstab, Hiobsträne oder Satansröhrling: Viele Pflanzen und Tiere tragen Namen mit biblischem Bezug. Zum Frühling stellt katholisch.de Beispiele aus Flora und Fauna vor und erklärt, was es mit den Namen auf sich hat.

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Wenn der Frühling erwacht, zeigt die Natur nach den langen, dunklen und teils sehr kalten Wintermonaten endlich wieder ihre ganze Pracht. Manche Namen in Flora und Fauna verraten dabei mehr als nur ihre äußere Schönheit: Viele Pflanzen und Tiere tragen Namen mit biblischem oder christlichem Bezug. Sie erzählen von Aaron, Hiob und Jakob, von Engeln, der Gottesmutter und dem Satan. Katholisch.de hat sich in der Natur umgesehen.

Aronstab

Der Aronstab ist eine auffällige Waldpflanze mit pfeilförmigen Blättern und einem markanten, kolbenförmigen Blütenstand, der von einem grünlich-weißen Hochblatt umgeben ist. Sein Name verweist auf den alttestamentlichen Priester Aaron (auch die Schreibweise "Aron" gibt es), dessen Stab im Buch Numeri auf wundersame Weise blühte ("Als Mose am nächsten Tag zum Zelt des Bundeszeugnisses kam, siehe, da hatte der Stab Aarons für das Haus Levi gesprosst; er trieb Sprossen, blühte und trug Mandeln", Num 17,23). Die ungewöhnliche Form des Blütenkolbens erinnerte Botaniker an diesen heiligen Stab. In der Volksmedizin wurde der Aronstab früher als Mittel gegen Hautleiden genutzt, heute gilt er als giftige, aber dekorative Frühjahrsblume.

Engelhai

Der Engelhai lebt am Meeresboden und hat einen abgeflachten Körper mit breiten, flügelartigen Brustflossen, die an Engelsflügel erinnern. Namensgebend ist die besondere Körperform, durch die das Tier ruhiger Bewegung wie ein fliegender Engel wirkt. Engelhaie gehören zur Familie der Rochenhaie und leben vor allem in sandigen Küstenregionen. Sie sind selten geworden und gelten als gefährdet.

Engelstrompete

Die Engelstrompete hat große, wie Trompeten aussehende Blüten, die meist weiß, gelb oder rosa leuchten und einen intensiv-süßen Duft verbreiten. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika; heute ist sie eine beliebte Garten- und Terrassenpflanze. Der "himmlische" Name der Pflanze trügt jedoch: Die Engelstrompete ist sehr giftig. Wenn die Blüte als biogene Droge konsumiert wird, können Desorientierung, Halluzinationen und Todesangst eintreten.

Bild: ©picture alliance / WILDLIFE | WILDLIFE/D.Harms

Die Hiobsträne.

Hiobsträne

Die Hiobsträne ist eine eher unscheinbare Pflanze, die ursprünglich in Ostasien beheimatet ist. Ihr Name verweist auf die biblische Person des Hiob (oder Ijob), dessen Gottesbeziehung durch zahlreiche Leiden auf die Probe gestellt wurde. Dies brachte ihn unter anderem zum weinen: "Mein Gesicht ist vom Weinen rot, und Todesschatten liegen auf meinen Wimpern" (Hiob 30,25). Die zarten, tropfenförmigen Blüten der Hiobsträne erinnern an diese Tränen und symbolisieren Leid, Trost und Hoffnung zugleich. Allerdings ist es nicht Hiob allein, der der Pflanze in der Vergangenheit einen Namen mit biblischem Bezug gab: Mitunter wurde sie in früheren Zeiten auch "Christusträne", "Mosesträne" oder "Marienträne" genannt. Einen weiteren biblischen Bezug weisen die getrockneten Samen der Pflanze auf: diese werden in manchen Ländern zur Herstellung von Rosenkränzen verwendet.

Jakobsleiter

Stufenartig angeordnete Blätter und meist blaue bis violette Blüten: Das ist die Jakobsleiter. Ihr Name bezieht sich auf die Himmelsleiter des biblischen Jakob, die im Traum Erde und Himmel verband ("Da hatte er einen Traum: Siehe, eine Treppe stand auf der Erde, ihre Spitze reichte bis zum Himmel", Gen 28,12). Die Blattstruktur der Jakobsleiter symbolisiert diese "Leiter". Im Frühling schmückt die Pflanze Gartenbeete und Steingärten. Sie gilt als Symbol für Aufstieg, Hoffnung und spirituelle Verbindung, weshalb sie auch in Klostergärten besonders geschätzt wurde.

Johanniskraut

Mit seinen leuchtend gelben Blüten und charakteristischen schwarzen Punkten auf den Blütenblättern sieht das Johanniskraut nicht nur schön es – es ist auch eine weit verbreitete Heilpflanze. Ihr Name verweist auf Johannes den Täufer, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum blüht. Im Volksglauben galt das Kraut über Jahrhunderte als Schutzpflanze gegen böse Geister und Dämonen. Der in den getrockneten Blüten enthaltene Farbstoff Hypericin, auch Johannisblut genannt, wurde traditionell bei Wunden und Hautproblemen verwendet. Heute ist Johanniskraut für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt und somit ein Symbol für Licht und Hoffnung.

Bild: ©picture alliance / CHROMORANGE | Hans-Joachim Schneider

Die Mariendistel.

Mariendistel

Die Mariendistel ist eine markante Distel mit auffällig weiß gezeichneten Blättern und violetten Blütenköpfen. Die stacheligen Blätter schützen die Pflanze in der Natur, während sie im Garten dekorativ wirkt. Der Name der Pflanze hat seinen Ursprung in einer Legende: Die weißen Flecken auf den Blättern sollen daher kommen, dass die Muttermilch Marias einst auf die Pflanze getropft ist. Neben der Symbolik ist sie eine anerkannte Heilpflanze, vor allem für die Leber und die Gallenfunktion.

Mönchsgrasmücke

Die Mönchsgrasmücke ist ein kleiner Singvogel und die häufigste Grasmücke in Mitteleuropa. Ihr Name bezieht sich auf die schwarze Kopfkappe der Männchen (Weibchen und Jungvögel haben eine rotbraune Kappe), die an die Tonsur oder Kopfbedeckung eines Mönchs erinnert. Mönchsgrasmücken bewohnen Hecken, Waldränder und Gärten und sind bekannt für ihren klaren, melodischen Gesang, der besonders im Frühling die Natur belebt.

Satansröhrling

Der Satansröhrling ist ein kräftiger, dickstieliger Pilz mit hellem Hut und roten Röhren. Er ist giftig und kann schwere Verdauungsbeschwerden verursachen. Sein Name spiegelt dies mit dem Verweis auf den Satan als Symbol für Gefahr und Böses wider. Trotz seiner giftigen Wirkung fasziniert der Satansröhrling Pilzliebhaber durch seine markante Färbung und auffällige Erscheinung. Im Frühling oder Frühsommer ist er besonders auffällig in kalkhaltigen Laubwäldern zu finden.

Von Steffen Zimmermann