"Weiter so" führe in Bedeutungslosigkeit

Verbände vor DBK-Vollversammlung: Reformen konsequent umsetzen

Bischöfe beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in der Kathedrale Sanctissimae Trinitatis in Dresden
Bild: KNA/Dominik Wolf

Wenige Tage vor Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda rufen katholische Laienorganisation erneut zur Umsetzung von Reformen in der Kirche auf. "Die Geduld des Kirchenvolks ist erschöpft. Es reicht nicht, Synodalität zu beschwören und gleichzeitig konkrete Reformen auf die lange Bank zu schieben", heißt es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und von "Wir sind Kirche".  

Die Beschlüsse des Synodalen Weges müssten in den Bistümern konsequent umgesetzt und Synodalität im kirchlichen Alltag spürbar werden, betonten die drei Gruppen. Ein "Weiter so" innerhalb der traditionellen hierarchischen Strukturen werde sowohl in Deutschland, in Europa wie auch weltkirchlich in eine Sackgasse der Bedeutungslosigkeit führen.  

Als "mehr als enttäuschend" bezeichneten KDFB, kfd und "Wir sind Kirche" etwa die nach wie vor ausstehende Recognitio der Satzung der geplanten Synodalkonferenz auf Bundesebene. Das dürfe jedoch nicht als Vorwand dienen, den Reformprozess in Deutschland auszubremsen. Die deutschen Bischöfe sollten daher die auf dem Synodalen Weg verabschiedeten Beschlüsse für sie in den jeweiligen Bistümern "konsequent umsetzen und so weiterhin eine synodale Kirche verwirklichen".

Kirchenrechtliche Spielräume nutzen

"Realitätsfern" nannten die Gruppen das vatikanische Verbot der Laienpredigt in Eucharistiefeiern. Dieses verkenne eine seit langem gut eingeübte Praxis und schließe gerade Frauen strukturell von Verkündigung und Teilhabe aus. Die Bischöfe sollten das Verbot nicht einfach hinnehmen, sondern kirchenrechtliche Spielräume nutzen und sich weiter für eine Änderung des Kirchenrechts einsetzen.

Hoffnungen setzt man dagegen in die neue Kommission "Frauen in sakramentalen Ämtern in einer weltweiten Perspektive", für die die DBK in Fulda fünf Vertreter bestimmen wird. Das Gremium wird gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) eingerichtet, das ebenfalls fünft Vertreter entsendet. KDFB, kfd und "Wir sind Kirche" erklärten, dass die weltweiten synodalen Beratungen und insbesondere die Ergebnisse der vatikanischen Studiengruppe zur Rolle der Frauen die Wichtigkeit dieses Themas gezeigt hätten. Es handle sich um ein zentrales "Zeichen der Zeit", das nicht weiter vertagt werden dürfe.

Von kommendem Montag an tagt die Deutsche Bischofskonferenz vier Tage lang in Fulda. Themen sind unter anderem aktuelle Aspekte von Synodalität in der Kirche, die Wahlen der Vorsitzenden der neu zugeschnittenen Kommissionen sowie aktuelle Fragen des demokratischen Gemeinwohls in Deutschland. (mal)