Umsetzung von Beschluss des Synodalen Wegs

Frauen in sakramentalen Ämtern: Bischöfe suchen Kommissionsmitglieder

Veröffentlicht am 30.06.2026 um 14:40 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ In einem neuen Gremium sollen Fachleute die Frage von Frauen in sakramentalen Ämtern aus weltkirchlicher Perspektive beraten. Die Deutsche Bischofskonferenz sucht dafür nun Mitarbeitende mit einer bestimmten Expertise.

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Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sucht Menschen mit international-interkultureller Expertise, wissenschaftlicher Kompetenz und Sensibilität in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit zur Mitarbeit in einer neuen Kommission: Das steht in einem aktuellen Schreiben von DBK-Generalsekretärin Beate Gilles, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. Mit der Einrichtung der Kommission "Frauen in sakramentalen Ämtern in einer weltweiten Perspektive" werde ein Beschluss des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland umgesetzt.

Die Synodalversammlung hatte dazu formuliert: "Es wird als eine Form der kontinuierlichen Fortsetzung der Beratung der Themen des Synodalen Weges eine Kommission eingerichtet, die sich ausschließlich mit der Thematik des sakramentalen Amtes von Menschen jeden Geschlechts befasst." Das Gremium soll laut Gilles zu dem Ort werden, an dem das Anliegen, Frauen in sakramentale Ämter zu bringen, von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam beraten werden kann. Dabei gehe es vor allem um weltkirchliche Vernetzung.

Wahl im Juli und Herbst

Die Kommission wird gemeinsam mit dem ZdK eingerichtet, wobei ZdK und Bischofskonferenz je fünf Personen entsenden. Die DBK will ihre fünf Delegierten bei der Vollversammlung der Bischöfe im Herbst bestimmen. Zunächst sollen Bewerbungen und Vorschläge gesammelt werden. Das ZdK teilte auf katholisch.de-Anfrage mit, dass dessen Hauptausschuss die fünf Delegierten bereits am Freitag wählen wird. "Die Kommission soll zu einem Ort werden, an dem über Perspektiven für Frauen in sakramentalen Ämtern gesprochen wird – als Beitrag zum weltkirchlichen Gespräch", sagte ZdK-Sprecherin Britta Baas.

Eine Zulassung zum sakramentalen Amt für Frauen müsste aus dem Vatikan kommen und darf nicht von den Ortskirchen alleine entschieden werden. Der Synodale Weg forderte die deutschen Bischöfe auf, sich auf gesamtkirchlicher Ebene weiterhin für die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat einzusetzen – für alle Teilkirchen, die dies aufgrund ihrer pastoralen Situation wünschen. Weltweit ist diese Frage jedoch hoch umstritten. Daher klammerte Papst Franziskus (2013–2025) sie aus den Beratungen der Weltsynode aus und beauftragte eine eigene Studiengruppe mit Beratungen zur Frauenfrage. In ihrem Abschlussbericht bezeichnete die Gruppe die Klärung der Frauenfrage als "dringlich". Wörtlich hieß es: "Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlt sich im Haus des Herrn nicht mehr zu Hause – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen." (cbr/KNA)