Offene Fragen zu Leitung und staatlicher Anerkennung

Studierendenzahl an Kölner Theologie-Hochschule steigt

 Kölner Hochschule für Katholische Theologie
Bild: KNA/Annika Schmitz

Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) startet trotz offener Fragen zu ihrer künftigen Leitung und staatlichen Anerkennung mit gestiegenen Studierendenzahlen ins Wintersemester. Voraussichtlich rund 140 Studierende sind an der kirchlichen Hochschule eingeschrieben, wie die KHKT der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte. 84 von ihnen streben demnach den Abschluss Magister Theologiae an. Die Einschreibefrist ist noch nicht beendet.

Im Wintersemester 2020/21, also nach der Übernahme der damaligen Hochschule der Steyler Missionare durch das Erzbistum Köln, waren nach Hochschulangaben 77 Studierende eingeschrieben, darunter 43 sogenannte Volltheologen. Damit entwickelt sich die KHKT entgegen dem bundesweiten Trend bei katholischen Theologiestudiengängen. Vor allem an staatlichen Universitäten ist die Zahl der Studierenden mit dem Ziel Magister Theologiae deutlich zurückgegangen. Nach einer KNA-Recherche von Anfang des Jahres waren an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn im Wintersemester 2025/26 noch 88 Volltheologen eingeschrieben. Sechs Jahre zuvor waren es 215.

Die KHKT hatte im Juli mitgeteilt, dass Rektor Christoph Ohly und Kanzlerin Nina Jungblut zum Ende des Sommersemesters aus ihren Ämtern ausscheiden. Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass auch Prorektor Elmar Nass die Hochschule verlässt. Damit könnten zum 1. Oktober mehrere zentrale Leitungsämter unbesetzt sein. Wer die Hochschule künftig führen wird, ist bislang offen. "Eine abschließende Entscheidung über die Wahl des neuen Rektors ist noch nicht getroffen", teilte die KHKT in dieser Woche mit.

Streit um Priesterausbildung

Gleichzeitig bleibt der Streit mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung ungelöst. Sie besteht darauf, dass angehende Priester des Erzbistums Köln an der Uni Bonn studieren. Dabei verweist sie auf einen Vertrag zwischen Land und Vatikan – das Preußenkonkordat. Das Erzbistum möchte dagegen ermöglichen, dass die Kandidaten ihr Studium auch an der KHKT absolvieren können. Kritiker der Hochschule befürchten allerdings, dass angehende Priester dort lediglich mit einem verengt konservativen theologischen Spektrum in Berührung kommen könnten.

Seit rund anderthalb Jahren sucht eine gemeinsame Kommission von Landesregierung und Vatikan nach einer Lösung. Zuletzt teilte die NRW-Staatskanzlei auf Anfrage mit, dass diese Gespräche andauern. Dabei läuft zum Ende des bevorstehenden Semesters eine wichtige Frist ab. Dabei geht es um die staatliche Anerkennung der Hochschule.

Nach dem Trägerwechsel zum Erzbistum Köln im Jahr 2020 erhielt auch die neue KHKT eine staatliche Anerkennung. In dem Anerkennungsbescheid von Januar 2020 wird jedoch zugleich auf die Regelungen des Preußenkonkordats zur Universität Bonn als Studienort für angehende Priester verwiesen. Das Land räumte in dem Bescheid aber eine Ausnahme ein: Für Priesteramtskandidaten, die bereits vor dem Trägerwechsel an der Vorgängereinrichtung eingeschrieben waren, gilt eine Übergangsregelung. Sie können ihr Studium an der KHKT bis spätestens zum Ende des Wintersemesters 2026/27 abschließen. Sollten Vatikan und Landesregierung bis dahin keine Lösung gefunden haben, droht das Ende der staatlichen Anerkennung. (KNA)