Es wintert sehr! Nein, halt. So nicht - und nicht nur, weil der Winter bisher eher mild ist. Es weihnachtet natürlich sehr. Denn davon hängt das Abendland ab: "winterliche Köstlichkeiten" bei einem Empfang in der österreichischen Botschaft sorgten in Berlin für Verstimmungen - und reihen sich damit ein in eine lange Liste. Wintermärkte, Zipfelmänner, Sonne-Mond-und-Sterne-Feste: So sieht allüberall das winterlich-kalte Antlitz der Islamisierung des Abendlandes aus. Immerhin: Der österreichisch Botschafter rudert zurück (wie immer war die blöde Verwaltung schuld): "Das war ein schwachsinniger Fehler, ich habe mit den Betroffenen geredet und sorge dafür, dass das nicht mehr vorkommt". Abendland wieder einmal gerettet.
Nicht Islamisierung, sondern Protestantisierung schien in Rom zu drohen: "Glaubenskongregation soll reformiert werden" - was für eine Überschrift! Dass Franziskus einiges durcheinanderwirbelt, ist nichts neues. Aber gleich die Bastion des rechten katholischen Glaubens zu schleifen - hätte sie nicht wenigstens, als Kompromiss, lutherisch werden können?
Es war eine Woche der Rekorde: Guadalupe meldet sieben Millionen Besucher, Santiago fast 300.000 erfolgreiche Jakobspilger - und der Papst schafft es immerhin noch in die TOP 5 der mächtigsten Menschen. Ganz ohne Bataillone. Allerdings: Es geht bergab. Der chinesische Präsident Xi Jinping machte einen kleinen Sprung nach vorn, Franziskus wanderte von der vier auf die fünf. Geht Franziskus deshalb in die Nachspielzeit? Heute wird er 80 - das kanonische Alter, zu dem Kardinäle in den Ruhestand gehen und sich dem Gebet oder - neuerdings - dem Schriftenapostolat widmen. Bei Franziskus ist von Rücktritt keine Rede - auch wenn er das zu Beginn der Amtszeit noch angedeutet hatte.
Ganz im Gegensatz zum Großkanzler a. D. der Malteser, der zurückgetreten wurde. Normalerweise geht es gesittet zu im ehrwürdigen Ritterorden. Adlige Herren tun Gutes und betreiben - nachdem die meisten ehedem herrschenden Häuser politisch nicht mehr viel zu sagen haben - immerhin noch einen Quasi-Staat mit Briefmarken, Diplomatie, einer exterritorialen Zentrale und Kostümen, vor denen man selbst in Köln vor Neid erblasst. Doch böse Lagerkämpfe überschatten die adlige Charity-Herrlichkeit. Warum der Großkanzler seinen Stuhl räumen musste, ob das überhaupt rechtens war, und wer hier eigentlich gegen wen intrigiert, blieb bis Redaktionsschluss angesichts der unübersichtlichen Gemengelage im Unklaren. Klar ist nur: Manche Berichterstattung übertreibt es etwas - wenn etwa in der der britischen katholischen Wochenzeitung "The Tablet" von "Bürgerkrieg" im Orden die Rede ist, muss man klarstellen: Wenn es etwas im Malteserorden nicht gibt, dann ja wohl Bürgerkrieg.