O weh und ach! Dicke Luft in und über Deutschland. Seit dieser Woche haben wir es schwarz auf weiß: Zwischen Benzin (liegt in Mecklenburg-Vorpommern) und Pups (Landkreis Rosenheim, Bayern) entweichen uns zu viele Gase. 2016 ist der CO₂-Ausstoß um exakt vier Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. CO₂? Das ist, wenn Rindviecher rülpsen. Oder, wenn immer mehr LKW unsere Autobahnen verstopfen, wie uns die Experten lehren. Oder, wenn, wie uns die eigene Beobachtung lehrt, mittelalte Besserverdiener im Porsche-Geländewagen Cayenne (Verbrauch - laut Herstellerangaben - bis 11 Liter auf 100 Kilometer) durch die Spielstraßen unserer verkehrsberuhigten Städte düsen.
Auch wenn dem ein oder anderen nun vor Schreck der benzinbetriebene Laubbläser aus der Hand fällt: Wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken. Das böse CO₂: Es geht nicht weg, wenn wir im SUV beim Bio-Bäcker vorfahren. Dabei sollte der Ausstoß ganz dringend sinken, von wegen Schöpfung bewahren und so. Denn siehe: Es gibt unter Gottes güldenem Firmament noch so viele schöne Dinge zu entdecken. Davon kann Pastor Emmanuel Momoh aus Sierra Leone ein Liedchen pfeifen. Der Gottesmann holte einen 709 Karat schweren Diamanten aus der Erde. Der Rekordklunker ruht vorerst in der Zentralbank des Landes und soll dereinst zum Wohle des Volkes veräußert werden.
Es liegt was in der Luft – und das nicht nur in Deutschland oder im fernen Afrika. Auch in Italien genauer auf Sizilien. Dortselbst hat Erzbischof Michele Pennisi Mafia-Mitgliedern das Amt des Tauf- oder Firmpaten untersagt. Da bleibt den Herren Verbrechern nur "Der Pate" Teil I bis III. Wollen wir hoffen, dass Pennisi standhaft bleibt, bis der Zorn der Bosse verraucht ist. Entspannte Atmosphäre dürfte hingegen schon bald in Israel herrschen. Das Gelobte Land mausert sich zum Rentner-Paradies auf Erden. Über 80-jährige Israelis dürfen in Geschäften und auf Ämtern künftig eine bevorzugte Behandlung verlangen - so will es ein Gesetz.
"Drängeln erlaubt": Dergleichen könnte manchen Senior auch hierzulande in Verzückung versetzen. Das wäre was – aber war’s das? Nee. In China steht jetzt eine Karl-Marx-Statue aus Trier - oder umgekehrt. Wieder sind einige Säcke Reis umgefallen. Und TÜV und Krankenkassen wollen herausgefunden haben, dass immer mehr jüngere Deutsche Rücken haben. Das ist nicht schön.
Aber die Schmerzen mögen uns daran erinnern, dass wir alle auch ein Rückgrat besitzen. Eben dieses ab und zu mal durchzudrücken, Haltung zu zeigen, tut Not in wirren Zeiten wie diesen. Und gegen Schmerzen hilft bekanntlich Bewegung. Also: Dickes Auto stehen lassen, zu Fuß zum Bio-Bäcker und, wenn es richtig gut läuft, unterwegs einen Edelstein finden. Die Atmosphäre wird‘s danken – der Körper ebenfalls. In diesem Sinne: Brüder, zur Sonne – und mit Vollgas ab in die nächste Woche!