Ein satirischer Wochenrückblick von Alexander Brüggemann

Rumms! Spreng! Pataf!

Rumms! Spreng! Pataf!
Bild: katholisch.de/pathdoc/Fotolia.com

Bumm! Da lag's im Staub, einst stolzes Symbol der Bonner Republik. Per astra ad aspera. Das Bonn-Center, entsorgt wie nix. Das hat Sprengmeister Eduard Reisch sauber hindetoniert. Und das Haus der Geschichte, nur wenige hundert Meter entfernt, hat kein Körnchen abbekommen. Sowas beflügelt doch die Fantasie.

New York im März 2017. Wenn du's hier schaffst, schaffst du's überall. In Manhattan, 11 West 53, liegt das Museum of Modern Art. Zur 725, Fifth Avenue, sind es satte 300 Meter Luftlinie. Kein Körnchen, wenn der 202 Meter hohe Trump-Tower... Doch halt! – Satire rechtfertigt nicht alles. Donald Trump würde ausrichten lassen, eine Colt-Geste in Richtung seiner politischen Gegner vor großem Publikum sei keineswegs eine Ermutigung für Waffenfetischisten. - So halte also ein, Krater-Edi, alter Sprengmeister.

Immerhin: Seit dieser Woche kann es keinerlei Zweifel mehr geben, dass ein absoluter Lügenbold die wohl wichtigste Demokratie der Welt regiert. Das FBI ermittelt gegen den eigenen Präsidenten wegen möglichen Landesverrats. Darf man in diesen milden Frühlingstagen tatsächlich schon von einem Impeachment träumen?

Unterdessen kann die deutsche Wirtschaft nur mittelzufrieden mit dem aufrechten, doch holprigen Antrittsbesuch von Nazi-Angie beim Lügner im Weißen Haus sein. Sad! Zeit also für einen Strategiewechsel. Wenn US-Bürger die rollenden Ritterburgen von Daimler, BMW und Porsche nicht mehr abnehmen können, sollten die islamistischen Märkte stärker in den Blick rücken. Die Woche zeigt: Der Markt für Attentäter-SUVs ist da.

Ein riesiges, grimmig schwarzes Ungetüm stärkt das Selbstbewusstsein des Fahrers. 420 PS, Hirschfänger serienmäßig und 295er Reifen sorgen für unschlagbare Effizienz. Der Spritverbrauch von 15 Liter Super stellt in der Arabischen Welt kein Kaufhindernis dar. Und das Schönste: Der ganze Deal hat nix mit dem Islam zu tun! Immer nur ein Einzelfall; ein psychisch Gestörter.

Beim Attentäter von London handelt es sich um den 52-jährigen Khalid Masood aus Mittelengland. Einschlägig bekannt wegen Gewaltdelikten und Waffenbesitz. Mehrere Alias-Namen. Terrorismus bislang nicht; das beruhigt. Soweit der Mittwoch. Am Donnerstag: In Antwerpen wird ein Betrunkener festgenommen, der mit dem Auto durch eine Fußgängerzone rast. Die Polizei findet im Auto Drogen, Waffen und einen vollen Kanister. Posting des Tages: "Für mich haben solche Idioten nicht alle Ziegen im Stall!"

Und was war sonst? Schulz-Mania: Mister 100 Prozent bekommt beim SPD-Parteitag ein Ergebnis, das ihn zum Präsidenten der Sozialistischen Internationale per Akklamation empfiehlt. Die "Heilige Kloake" Ganges erhält Menschenrechte. Und: UN-Botschafterin Angelina Jolie (41) taucht beim (verheirateten) anglikanischen Erzbischof von Canterbury Justin Welby (61) ohne BH auf. Kalkulierte Peinlichkeit? Mag sein. Auf jeden Fall aber kein Höhepunkt dieser aggressiven Weltwoche.

Alexander Brüggemann