Na, wenn das mal keine vorgezogene Osterüberraschung war: Am Dienstag gaben die Veranstalter des Deutschen Evangelischen Kirchentags bekannt, dass sie Ende Mai einen ganz besonderen Gast in Berlin begrüßen können, um 500 Jahre Reformation gebührend zu feiern. Nein, nicht Martin Luther. Der ist wegen Ablebens leider schon seit geraumer Zeit verhindert. Aber mit Barack Obama haben sie einen respektablen Ersatz gefunden. Der ehemalige US-Präsident gilt nicht zuletzt dank seines Nachfolgers Donald Trump schon jetzt als Ikone der Demokratie, als Fleisch gewordene Freiheitsstatue. Und ein begnadeter Redner vor dem Herrn ist der Mann auch, ganz wie Luther selig.
Nun wäre Deutschland nicht Deutschland, wenn sich nicht sogleich mindestens einer melden würde, der ein Haar in der Suppe findet. Diesmal ergriff der Theologe und Moderator Peter Hahne das Wort. Obama sei ein "abgehalfterter Messias", befand Hahne. "Ist seine Politik es nicht, die Trump überhaupt erst möglich machte?", fragte das ehemalige Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Und schob hinterher, der Kirchentag wolle sich offenbar im Glanz Prominenter sonnen, Stichwort: "parasitäre Publizistik". Von solch schnöden Motiven ließ sich Hahne, davon sind wir fest überzeugt, ganz sicher nicht bei seiner Einlassung treiben.
A propos Parasiten: Cydalima perspectalis heißt das geflügelte Wesen, das seit einigen Jahren in unseren Gefilden sein Unwesen treibt und die Vorfreude auf Palmsonntag trübte. Zusammen mit seinem Freund, dem Schlauchpilz Cylindrocladium buxicola, frisst sich der Buchsbaumzünsler durch unsere Buchsbaumhecken. Deren feines Geäst dient dem hiesigen Christen als Ersatz für Palmzweige, mit denen einst die Menschen in Jerusalem die Ankunft des Herrn feierten. Vielleicht ist das mit dem Klimawandel doch eine bedenkenswerte Alternative. Wenn aufgrund steigender Temperaturen zwischen Flensburg und Passau in nicht allzu ferner Zukunft die echten Palmen sprießen, kann der Zünsler mit dem Buchsbaum anstellen, was er will.
Eventuell haben wir bis dahin aber auch andere Lebensräume erschlossen, die wir dem Exemplum von Cydalima perspectalis folgend umgehend zerstören können. Die Weiten des Alls sind schließlich unermesslich. Darum weiß auch Benediktinerpater Christoph Gerhard aus Münsterschwarzach. Irgendwo da draußen könnte es sogar schon intelligentes Leben geben, meint der Hobby-Astronom. Ein Plausch mit Außerirdischen würde ihn jedenfalls "brennend interessieren".
Bis es soweit ist, müsste irgendjemand dringend ein ernstes Wörtchen mit denen sprechen, die, wiewohl auf unserem blauen Planten beheimatet, geistig hinterm Mond leben. In Australien sorgte die Frauenabteilung der radikalen islamischen Organisation Hizb ut-Tahrir für Empörung. Die Damen rechtfertigten in einem im Internet veröffentlichten Video Schläge für Ehefrauen. Diese könnten einen "wunderbaren Segen" darstellen. War’s das? Nein – der Wahnsinn wird nach Ostern weitergehen, Schlag auf Schlag.