Die Nachricht schlug ein wie ein Projektil: Eine christliche Freikirche im US-Bundesstaat Mississippi verlost halbautomatische AR-15-Sturmgewehre – für den guten Zweck. Die Oasis Church of All Nations verkaufte, unter anderem durch Kinderhand, Zehn-Dollar-Lose vor einem Supermarkt der Kleinstadt Oxford. Als Hauptgewinne winkten zwei jener Sturmwaffen, wie sie auch der Attentäter Stephen Paddock für sein Las-Vegas-Massaker verwandte. Ein Knaller. Pastor Danny Budd konnte die Kritik an der Aktion nicht wirklich nachvollziehen. Der Erlös komme schließlich einem Hilfsprogramm für Drogensüchtige zugute. Wird so Amerika great again?
Papst Franziskus spricht mit vielen Menschen. Das zeichnet ihn aus. Nun erweitert er diese Aktivitäten von Urbi und Orbi weiter in den Kosmos – näherhin in eine Umlaufbahn von 400 Kilometern. Demnächst spricht er dort via Telefon mit den Mitgliedern der Internationalen Raumstation ISS. Und vermutlich geht es nicht nur um das Wetter und um Nahrungsmittelsicherheit im All.
Was für viele das Allerhöchste der Gefühle, scheint manchem nur schlicht zum Weglaufen: Zwei Sträflinge aus Bologna nutzten offenbar einen Lunchtermin mit dem Papst zur Flucht. Seit einem Treffen mit Franziskus werden sie vermisst. Die beiden notorischen Ausbrecher gehörten zu einer Gruppe von 20 ausgewählten Häftlingen für ein gemeinsames Mittagessen mit dem Papst. Oder hat es ihnen vielleicht einfach nicht geschmeckt? Der Hergang der Flucht ist unklar. Gut gemacht also, in einem professionellen Sinne...
Abgehauen sind auch sechs Wölfe aus einem Gehege im Bayerischen Wald. Normalwölfe, Schadwölfe oder Problemwölfe, möchte man mit Bayerns Verbalirrläufer Edmund Stoiber anfragen. Auch im benachbarten Nationalpark Böhmerwald wurde fieberhaft gefahndet. Denn womöglich könnten die marodierenden Isegrims die frisch gelegte Ehrung von Tschechiens Schlagerikone Karel Gott gefährden. Der 78-Jährige mit der unvergessen sozialistischen Betonfrisur erhält die "Goldene Henne", den Post-Wende-Medienpreis von "Super-Illu", MDR und RBB, für sein Lebenswerk. Glückwunsch.
Und was war noch? Lidl hatte neuen Ärger wegen wegretuschierter Kirchenkreuze. Diesmal eckten zugekaufte Werbefotos mit der verfälschten Kirche des Dorfes Dolceacqua ("Süßwasser") an. Der Bürgermeister beschwerte sich, der Discounter entschuldigte sich. Schon wieder dumm gelaufen.
Und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat‘s ihren Wetterbericht verhagelt. In die Donnerstagsausgabe rutschte versehentlich ein Blindtext. Dem Vatikan wurden dort "Wolken, mal schwarze, mal weiße" prognostiziert, für Skandinavien "viele Mücken" - weil die 14 bis 26 Grad mögen. Für Österreich und die Schweiz war vermerkt: "Bitte schreib oder kopier was...", für Frankreich ein "bon voyage zur Sonne" bei 45 Grad. Aus Spanien und Portugal pure Ahnungslosigkeit, und auch noch in mäßigem Deutsch: "Lange nichts von gehört, soll heiß gewesen sein." Umso heiterer dann sicher die Ressortbesprechung – und unsere Aussichten auf die nächste Woche…