Ein satirischer Wochenrückblick von Joachim Heinz

Von Vogelschiss und anderen Bauernfängern

Von Vogelschiss und anderen Bauernfängern
Bild: katholisch.de/pathdoc/Fotolia.com

Wenn eine Woche schon mit Vogelschiss anfängt, verheißt das nichts Gutes. AfD-Chef Alexander Gauland ordnete mit diesen Worten die NS-Zeit in über 1.000 Jahre "erfolgreicher deutscher Geschichte" ein. Nicht nur die Kirchen protestierten – der "Vogelschiss" kostete schließlich Abermillionen Menschen das Leben. Wie immer bei der AfD folgte ein nachgeschobenes Dementi: Man habe das alles nicht so gemeint und werde bewusst falsch verstanden. Natürlich.

Wir müssen uns derweil mit anderen Neppern, Schleppern und Bauernfängern auseinandersetzen. Auf tätige christliche Nächstenliebe setzte ein 36-jähriger Telefonbetrüger. Er rief in Pfarrbüros an und täuschte eine Notlage im Ausland vor mit Bitte um rasche Geldüberweisung. Mindestens 9.700 Euro ergaunerte sich der Schnapphahn zusammen mit seiner Lebensgefährtin, wie das Landgericht Bamberg jetzt feststellte. Offenbar handelt es sich um einen Wiederholungstäter. Bereits 2014 verurteilte ihn wegen derselben Masche das Amtsgericht Miesbach zu einer Geldstrafe.

Merke: Böses kommt mitunter per Telefon – das Internet dagegen kann ein "Geschenk Gottes" sein, wie es Papst Franziskus jetzt formulierte. Wenn, ja wenn Respekt und Solidarität untereinander namentlich in den Sozialen Netzwerken Einzug halten. Das fällt Vielen nicht leicht. Da wollen sich die Zeitgenossen oftmals gegenseitig auf den Mond schießen. In diesem Falle immerhin kann ein Segen helfen, wie wir beim Start der Sojus-Rakete am Mittwoch mit Kommandanten in spe Alexander Gerst erfuhren. Gerst rauschte nicht das erste Mal ins All – und der russisch-orthodoxe Pater Sergej war nicht das erste Mal für die kirchliche Segnung zuständig. Bisher seien danach alle Crew-Mitglieder heil auf die Erde zurückgekommen, versicherte der Gottesmann.

Wieviel Himmel aber gehört auf Erden? Gegensätzliches dazu erreichte uns in der vergangenen Woche aus der Neuen Welt. In den USA darf auf Dollarscheinen und –münzen weiter der Wahlspruch "In God we trust" stehen. Ein Gericht lehnte damit die Klage eines "nicht-theistischen Satanisten" ab, der sich in seinen religiösen Überzeugungen verletzt sah. Auf Gottes Hilfe wollten unterdessen die brasilianischen Spieler bei der bevorstehenden Fußball-WM öffentlichkeitswirksam bauen. Doch darauf müssen sie nun verzichten, jedenfalls zu Teilen. Die Verantwortlichen wollen eine Spaltung der vornehmlich aus Evangelikalen und ein paar wenigen Katholiken bestehenden Mannschaft verhindern.

Überhaupt lieferte König Fußball die Schlagzeile der Woche: "BILD nimmt Note 6 für Liverpool-Torwart zurück", titelte das Blatt am Dienstag auf seiner Seite 1. Keeper Loris Karius, der so unglücklich beim Champions-League Finale agierte, habe eine Gehirnerschütterung gehabt. Als ob es nichts Wichtigeres gäbe! Das wären so Dinge, über denen sich Alexander Gaulands Vogel trefflich erleichtern könnte. Aber nicht nur Jerome Boateng dürfte wissen, dass es um den Fußballsachverstand des AfD-Vorsitzenden ähnlich trübe bestellt ist wie um sein historisches Einordnungsvermögen.

Joachim Heinz

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"War's das?!" fragt katholisch.de in seinem satirischen Wochenrückblick. Im Wechsel lassen verschiedene Autoren freitags die zu Ende gehende Woche Revue passieren. Mit einem Augenzwinkern blicken sie auf Kurioses und Bemerkenswertes in der katholischen Welt zurück.

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