Vigil beim Weltjugendtag in Panama

Papst an Jugendliche: Gebt nie die Hoffnung auf

Papst an Jugendliche: Gebt nie die Hoffnung auf
Bild: picture alliance / AP Photo

Am vorletzten Tag des Weltjugendtages in Panama hat dieser am Samstagabend seinen atmosphärischen Höhepunkt erreicht. Im Metro Park südöstlich von Panama-Stadt feierte Papst Franziskus mit rund 300.000 jungen Menschen ein zweistündiges Abendgebet. Neben musikalischen und tänzerischen Darbietungen berichteten auch eine Familie, ein ehemaliger Drogenabhängiger und eine junge Palästinenserin von ihren Schicksalen und Glaubenserfahrungen.

Der Papst griff diese Zeugnisse in seiner Ansprache auf und ermunterte die Jugendlichen, das Leben in Liebe anzunehmen - "wie es kommt, mit all seiner Zerbrechlichkeit und Begrenztheit und oft all seinen Widersprüchen und Sinnlosigkeiten". Denn "nur das, was man liebt, kann gerettet werden". Gleichzeitig forderte er erneut Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Ebenso Erfahrungen von Gemeinschaft, um Halt zu finden und Perspektiven zu entwickeln.

An die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes glauben

Viele junge Menschen heute fragten auch deshalb nicht mehr, ob es Gott gibt, weil sie das Gefühl hätten, dass sie selber für andere Menschen aufgehört hätten zu existieren. Was das Leben wirklich zerstöre, sei, "am Boden liegen zu bleiben und sich nicht helfen zu lassen", mahnte Franziskus.

Die christliche Botschaft lehre, dass die Welt nicht besser wäre, "wenn es weniger kranke, schwache, gebrechliche oder ältere Menschen gäbe oder weniger Sünder". Entscheidend ist es nach den Worten des Papstes, wenn es mehr Menschen gibt, die die Bereitschaft und den Mut aufbringen, an die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes zu glauben.

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Alle drei Jahre finden Weltjugendtage statt. An wechselnden Orten kommen dann katholische Jugendliche aus aller Welt zusammen, um gemeinsam ihren Glauben zu feiern. Vom 22. bis 27. Januar 2019 ist Panama Gastgeber des Treffens.

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Am Vormittag hatte der Papst in einem Gottesdienst in der renovierten Kathedrale der Hauptstadt einen neuen Altar geweiht. In seiner Predigt warnte er die versammelten Bischöfe, Priester, Ordensleute und Mitglieder von Laienbewegungen vor der "Versuchung der Hoffnungsmüdigkeit" und "grauem Pragmatismus". Der gefährlichste Glaubensirrtum heute sei es zu meinen, dass Christus und Christen "nichts mehr zu sagen noch zu geben hätten".

Bei einem Mittagessen mit zehn Teilnehmern unterschiedlicher Länder war der Papst von einer Teilnehmerin aus USA auch auf sexuellen Missbrauch angesprochen worden. Franziskus habe diesen als "schreckliches Verbrechen" bezeichnet, sagte sie anschließend vor Journalisten. Als Rat des Papstes für den Umgang mit der Krise nannte die junge Frau, die Opfer zu begleiten, als Kirche geeint zu bleiben und zu beten.

Rückflug nach Rom am Sonntagabend

Die sogenannte Vigilfeier am Samstagabend ist einer der Höhepunkte der alle drei Jahre stattfindenden Weltjugendtage. Am Ende verbringen die Teilnehmer die Nacht auf dem Feld, wo am nächsten Morgen die Sonntagsmesse mit dem Papst den formalem Höhepunkt des knapp einwöchigen Treffens bildet. Zu dem Gottesdienst auf dem nach Johannes Paul II., dem Begründer der Weltjugendtage, benannten Feld, werden noch einmal mehr Menschen erwartet als bei der Vigilfeier.

Im Anschluss an die Messe wird der Papst eine Einrichtung für Aids-kranke Menschen besuchen. Die von der Kirche getragene Einrichtung wurde 2004 gegründet. Am Nachmittag trifft Franziskus in einem Sportstadion der Hauptstadt etliche Tausend Freiwillige des Weltjugendtages, um ihnen für ihren Einsatz zu danken. Nach einer Ansprache dort fährt er zum Flughafen, wo er von Staatspräsident Juan Carlos Varela verabschiedet wird und um 18 Uhr (Ortszeit) den Heimflug nach Rom antritt. (KNA)