Irme Stetter-Karp hofft auf katholische Bischöfinnen in Deutschland

ZdK-Präsidentin: Starre Grenzen in Kirche für viele "starke Zumutung"

Aktualisiert am 24.05.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Ein Zeichen gegen die "vermeintliche Macht des Stärkeren" wünscht sich ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp vom bervorstehenden Katholikentag. Damit meint sie auch jene, die den kirchlichen Weg in die Zukunft verbarrikadieren wollten.

  • Teilen:

Beim bevorstehenden Katholikentag in Stuttgart erwartet die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, ein Zeichen dafür, dass die "vermeintliche Macht des Stärkeren" nicht das letzte Wort habe. Dies gelte für den russischen Präsidenten Wladimir Putin, für demokratiefeindliche Kräfte in der Gesellschaft und für jene, die den kirchlichen Weg in die Zukunft verbarrikadieren wollten, sagte Stetter-Karp am Dienstag im ARD-Morgenmagazin.

Die anhaltenden Diskussionen und "starren Grenzen" innerhalb der Kirche seien für Millionen von Katholikinnen und Katholiken eine "starke Zumutung", sagte die ZdK-Präsidentin weiter. Sie habe jedoch über Jahrzehnte die Erfahrung gemacht, dass durchaus Gestaltungsräume vorhanden seien.

Zuversichtlich mit Blick auf Synodalen Weg

Zuversichtlich zeigte sich Stetter-Karp im Bezug auf den Reformprozess innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg: Etwa bezüglich des Umgangs mit Macht stehe die Mehrheit der deutschen Bischöfe hinter dem ZdK. Wichtig sei zudem, dass die deutschen Bischöfe die Debatte über den kirchlichen Umgang mit Frauen in die Weltkirche einbrächten, "weil wir das nicht als Ortskirche werden verändern können". Auf die Frage, ob sie selbst eine katholische Bischöfin in Deutschland erleben werde, antwortete die 66-Jährige: "I hope so – ja, das hoffe ich."

Beim 102. Deutschen Katholikentag werden bis zu 30.000 Teilnehmer erwartet. Von Mittwoch bis Sonntag soll es bei dem Großevent in Stuttgart nicht nur um kirchliche Fragen und Reformen gehen, sondern auch um den russischen Krieg in der Ukraine, Folgen der Corona-Pandemie oder um Klima- und Umweltschutz. Zugesagt haben unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Das Programm umfasst rund 1.500 Veranstaltungen. Das Leitwort heißt "leben teilen". (tmg/KNA)