Präsidentin Welskop-Deffaa mahnt "Krisenresilienz der sozialen Infrastruktur" an

Caritas unterstützt Energiekosten-Rettungsschirm für Sozialdienste

Aktualisiert am 29.08.2022  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ Die Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs haben zu hohen Energie-Preisen geführt. Das ist nicht nur für Bürger eine Herausforderung, sondern auch für Sozialdienste. Deshalb spricht sich die Caritas für einen Rettungsschirm aus.

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Der Deutsche Caritasverband hat sich der Forderung nach einem Energiekosten-Rettungsschirm für Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie weitere soziale Institutionen angeschlossen. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa appellierte am Montag an die Koalitionspartner, den Ansatz des Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), in das aktuell diskutierte Entlastungspaket aufzunehmen. "Angefangen mit der Corona-Pandemie haben uns die vergangenen zwei Jahre gezeigt, wie sehr unser soziales Netz in Krisen gefordert ist – gerade dann brauchen Menschen die Hilfe unserer Beratungsstellen, unserer Kliniken, unserer Pflegeeinrichtungen, unserer Sozialarbeit mehr denn je", sagte Welskop-Deffaa. "Die Krisenresilienz der sozialen Infrastruktur ist eine der wesentlichen Aufgaben, an denen gute Politik heute gemessen wird."

Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) unterstützte den Vorschlag, einen Schutzschirm über soziale Dienstleister zu spannen. Die Entwicklung bei den Energiekosten bedrohe inzwischen die pflegerische Versorgung, weil die Kosten nicht angemessen erstattet würden, erklärte bpa-Präsident Bernd Meurer. Ein Rettungsschirm sei "der einzig sinnvolle und gute Weg". Die Pflege- und Eingliederungshilfeeinrichtungen müssten während der besonders herausfordernden Phase der Energiekrise vorübergehend höhere Abschläge ihrer Energieversorger direkt bei den Kostenträgern geltend machen können.

Diese Mehrkosten sollten sie dann umgehend erstattet bekommen. Eine solche Direkterstattung würde schnell und wirksam helfen und keine finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen mit sich bringen, so der Verband. "Pflegebedürftige wären zudem vor erheblichen Nachforderungen – nach einem Abschluss des üblichen Pflegesatzverfahrens – geschützt", sagte Meurer. (rom/KNA)