Eichstätter Priester flüchtete zuvor ins Ausland

Zeitung: Missbrauchsverdächtiger wurde auch im Altenheim übergriffig

Aktualisiert am 19.11.2022  –  Lesedauer: 

Nürnberg ‐ Ein missbrauchsverdächtiger Priester des Bistums Eichstätt floh zuerst ins Ausland, nachdem die Vorwürfe verjährt waren, kehrte er nach Deutschland zurück. Medienrecherchen haben nun ergeben: Selbst im Seniorenheim wurde er noch übergriffig.

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Ein des schweren Missbrauchs Minderjähriger verdächtigter Priester (1930-2016) aus der Diözese Eichstätt soll auch im Alter noch sexuell übergriffig geworden sein. Das berichten die "Nürnberger Nachrichten" in ihrer Wochenendausgabe. Demnach soll der Priester als Hausgeistlicher eines Caritas-Seniorenheims in Mittelfranken 2011 und 2012 Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen angegangen haben. Entsprechende Recherchen des Blattes habe der Caritasverband der Diözese Eichstätt bestätigt.

Es geht um einen Priester, der in den 1960er Jahren in mehreren Pfarreien in der Oberpfalz, in Schwaben und im nördlichen Oberbayern Mädchen und junge Frauen missbraucht haben soll. Der Kleriker entzog sich der Strafverfolgung 1969 durch Flucht ins Ausland. Erst ging er nach Afrika, 1973 nach Südamerika. Leitende Mitarbeiter des Bistums Eichstätt stehen im Verdacht, ihm dabei geholfen zu haben.

1984 kehrte der Priester nach Deutschland zurück. Die Vorwürfe deretwegen er mit einem Haftbefehl gesucht wurde, waren inzwischen verjährt, die Ermittlungen eingestellt. Der Geistliche ging aber zunächst nicht in sein Heimatbistum, sondern für zwei Jahre ins Erzbistum München-Freising. Das beauftragte ihn mit der Seelsorge in der Pfarrei Garching an der Alz. Bis 2005 leitete er im Anschluss unbehelligt eine Pfarrei südlich von Nürnberg. (KNA)