Verkaufserlös soll für Restaurierung verwendet werden

1.000 Käse sollen Klostermauern in Citeaux stopfen

Veröffentlicht am 31.03.2025 um 14:46 Uhr – Lesedauer: 4 MINUTEN

Dijon ‐ In einem der traditionsreichsten Gebäude des Klosters Citeaux, der Keimzelle des Zisterzienserordens, zieht es. Eine Hundertschaft Kühe hat lange gegrast, um über die Nahrungskette die Ritzen im historischen Definitorium zu schließen.

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Mit Reblochon-Käse wollen die Mönche von Citeaux zur Restaurierung eines ihrer wichtigsten Klostergebäude beitragen. Mindestens 1.000 Stück à 620 Gramm sollen bis 6. April online verkauft werden, heißt es in französischen Regionalzeitungen. "1.000 Käse, das ist der Preis der Steine für einen Strebepfeiler des Gebäudes", wird Frère Benôit zitiert, verantwortlich für den Verkauf der Sonderedition. Die Milch stammt demnach von rund 100 Kühen, die auf regionalen Ländereien der Mutterabtei des Zisterzienserordens weiden.

Konkret geht es um das sogenannte Definitorium von Citeaux. Dieser längliche, stark beschädigte Gebäudetrakt aus dem 17. Jahrhundert beherbergte einst gewissermaßen die Regierung des Zisterzienserordens. Von hier aus wurde definiert, was in den Hunderten Tochterklöstern des Ordens in Europa zu gelten hatte.

Die Kosten für die Restaurierung werden laut den Berichten auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Große Teile übernehmen demnach der französische Staat, Region und Departement. 2022 hatten bereits zwei Dutzend renommierte Weingüter Großflaschen und Sonder-Cuvées gespendet, die über das Auktionshaus Sotheby's international versteigert wurden.

Spitzenlage

Der Ort Saint-Nicolas-lès-Citeaux, wo das Kloster 1098 als Keimzelle des Zisterzienserordens gegründet wurde, liegt etwa zehn Kilometer von den Weinbergen der Côte d'Or entfernt. Beteiligt an der Benefizauktion war 2022 auch das Weingut Kloster Eberbach, das mit dem Gründungsjahr 1136 noch aus der ganz frühen Zeit der Zisterzienser stammt.

Im Zuge der Französischen Revolution wurde das Kloster Citeaux aufgelöst und die Gebäude geschleift. 1898 erwarben die Trappisten, eine reformierte Form des Zisterziensertums, das Kloster zurück und brachten wieder klösterliches Leben an den Ort. Heute leben etwa 30 Mönche in Citeaux. Sie widmen sich neben dem Gebet auch der Viehwirtschaft und Käseproduktion. (KNA)