In der Londoner Westminster Cathedral fand am Dienstag die katholische Totenmesse für die Herzogin von Kent statt. Die Liturgie leitete Kardinal Vincent Nichols, der ranghöchste Geistliche der katholischen Kirche in England und Wales. Papst Leo XIV. schickte ein Kondolenzschreiben, das während des Gottesdienstes verlesen wurde. Er bekunde dem König, der königlichen Familie und insbesondere dem Herzog von Kent als Ehemann der Verstorbenen sowie ihren Kindern und Enkeln sein herzlichstes Beileid und versicherte ihnen sein Gebet.
Anwesend waren König Charles III., nicht jedoch seine Ehefrau Camilla, die sich kurzfristig wegen einer Sinusitis (Nebenhöhlenvereiterung) entschuldigen ließ. Prinz William und seine Ehefrau Catherine, Prinzessin Anne und ihr Ehemann Timothy Laurence sowie Sophie, die Herzogin von Edinburgh, erschienen als Mitglieder der königlichen Familie. Auch der Herzog von York, Prinz Andrew, nahm zusammen mit seiner Ehefrau Sarah teil. Das sorgte bei ihrem Auftritt vor der Kirche für lautstarkes Erstaunen, da Andrew wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal normalerweise keine öffentlichen Auftritte mehr wahrnimmt.
Bereits am gestrigen Tag wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten der Herzogin von Kent in die Marienkapelle der Kathedrale gebracht. Nach dem feierlichen Requiem wird Katharine, die verstorbene Herzogin von Kent, auf dem Friedhof der königlichen Familie beerdigt, der sich auf dem Gelände von Schloss Windsor befindet.
Ein Novum für die britischen Royals
Für die königliche Familie stellt die katholische Trauerfeier für die Herzogin von Kent ein Novum dar, da sie als erstes Mitglied der Royals seit mehreren Jahrhunderten zum katholischen Glauben übergetreten war. Es ist daher das erste Mal seit der Reformation, dass ein englischer Monarch an einem katholischen Trauergottesdienst für ein Familienmitglied teilnimmt.
Britische Monarchen haben zwar schon früher katholische Requien in Großbritannien besucht, so etwa Königin Victoria 1879 bei der Totenmesse für Prinz Louis-Napoleon in Chislehurst oder König Georg V. 1920 bei der Trauerfeier für Kaiserin Eugénie in Farnborough. Dabei handelte es sich jedoch um ausländische Royals im Exil.
Katharine Worsley heiratete 1961 Prinz Edward, den Herzog von Kent, und wurde zu einem beliebten Mitglied der königlichen Familie, bekannt für ihr freundliches, nahbares und warmherziges Wesen. Von den 1970er-Jahren bis 2001 überreichte sie den Siegerinnen der Tennis Championships von Wimbledon den Pokal. Sie trat 1994 zum katholischen Glauben über. (KNA)