Der selige Max Josef Metzger soll einen Gedenktag im Bistum Magdeburg erhalten. Auf Anfrage von katholisch.de teilte eine Sprecherin der Diözese mit, dass ein Antrag, den Märtyrer in den Eigenkalender des Bistums aufzunehmen, geplant sei. "Wir rechnen damit, dass so bereits im kommenden Jahr am 17. April 2026 der Gedenktag im Bistum gefeiert werden kann", so die Sprecherin. Anfang Oktober hatte die Diözese Augsburg mitgeteilt, dass der Vatikan die Feier des Gedenktags Metzgers in der schwäbischen Diözese erlaubt hatte.
Ein Reliquiar mit einem Wirbel von Max Josef Metzger. Die lateinische Inschrift würdigt seinen Einsatz für die Ökumene und den Frieden.
Metzger wurde im vergangenen Jahr im Erzbistum Freiburg als Märtyrer selig gesprochen. Er wurde 1887 im badischen Schopfheim geboren und am 17. April 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet, nachdem ihn der Volksgerichtshof acht Monate zuvor zum Tod verurteilt hatte. Sein Grab ist heute in Meitingen nahe Augsburg. Metzger engagierte sich für den Frieden und die Ökumene. Die Verbindung zwischen dem Bistum Magdeburg und dem Seligen besteht durch einen Bekannten Metzgers, dem Magdeburger Pfarrer Franz Stahlschmidt. Er hatte nach der Inhaftierung Metzgers 1943 dessen ökumenische Bibliothek und seine Messgewänder vor einer Vernichtung durch die Nazis bewahrt. 1968 hatte Stahlschmidt bei der Exhumierung Metzgers ein Metallkreuz und Überreste aus dem Grab genommen, die sich heute noch im Bistum Magdeburg als Reliquien befinden. 1975 wurde die Straße, an der sich das Magdeburger Ordinariat befindet, in Max-Josef-Metzger-Straße umbenannt.
Keine konkreten Pläne in Berlin
Am Ort des Maryriums ist eine Aufnahme des Gedenktags in den Diözesankalender derzeit noch nicht fest geplant. "Es ist weiterhin möglich, allerdings noch nicht final festgelegt", erklärte ein Sprecher der Erzdiözese Berlin auf Anfrage von katholisch.de. In Berlin gibt es seit 1994 einen Max-Josef-Metzger-Platz mit einer Gedenkstele.
Selige dürfen nicht in der ganzen Kirche liturgisch verehrt werden, sondern in der Regel nur in der Diözese, in der sie seliggesprochen wurden. Für die Feier in anderen Ortskirchen ist die Aufnahme in den Eigenkalender der jeweiligen Diözese erforderlich. Mit der Aufnahme kann der 17. April bislang in Freiburg und Augsburg als Märtyrergedenktag begangen werden, außerdem können dort dem Seligen Kirchen gewidmet werden, ohne dass eine Genehmigung des Vatikans erforderlich wäre. (fxn)
Die Geschichte der Magdeburger Reliquien von Max Josef Metzger
Wie die Reliquien von Max Josef Metzger nach Magdeburg gekommen sind, erzählt die Diözese mit einem Blick in ihr Diözesanarchiv.
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